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Ziel der Studie war die Untersuchung von Shrimps aus dem Einzelhandel in Hanoi, Vietnam hinsichtlich der Vibrio (V.) spp. Prävalenz und deren antimikrobiellen Resistenzen. Insgesamt wurden 202 Einzelproben von Märkten aus zehn Bezirken Hanois, Vietnam, analysiert. Dabei wurden 201 (99,5 %) der Proben positiv auf Vibrio spp. getestet. Am häufigsten wurde die Spezies V. parahaemolyticus (96,5 %) detektiert, gefolgt von V. alginolyticus (56,4 %), V. cholerae (2 %) und V. vulnificus (1,5 %). Mehrere Spezies wurden in 144 (56,4 %) der Proben gefunden. Keines der V. parahaemolyticus-Isolate codierte die Virulenz-assoziierten Gene tdh (thermostabiles direktes Hämolysin) bzw. trh (tdh-verwandtes Hämolysin). Insgesamt wurden 195 V. parahaemolyticus-Isolate, vier V. cholerae-Isolate und drei V. vulnificus-Isolate auf antimikrobielle Resistenzen gegenüber acht Antibiotika getestet. V. parahaemolyticus-Isolate wiesen eine hohe Resistenzrate gegen Ampicillin (87,2 %) auf. Gegenüber Tetracyclin wiesen 24,6 % der Isolate Resistenzen auf, wohingegen nur 36 Isolate (18,5 %) Sulfamethoxazol/Trimethoprim-Resistenz zeigten. Niedrige Resistenzraten (0,5 %) wurden für Ciprofloxacin und Cefalothin detektiert. Lediglich ein V. cholerae-Isolat wies Resistenzen gegenüber Ampicillin auf. Zwei weitere V. cholerae-Isolate zeigten Resistenzen gegenüber Sulfamethoxazol/Trimethoprim. Alle untersuchten V. vulnificus-Isolate waren für alle acht Antibiotika sensibel. Ein geringer Anteil der V. parahaemolyticus-Isolate (16,9 %) wies Multiresistenzen auf. Diese Studie weist auf die ubiquitäre Verbreitung von Vibrio spp. in Shrimps aus dem Handel in Vietnam hin. Um das Risiko von Vibrio-Infektionen durch Konsum von nicht ausreichend erhitzten Meeresfrüchten zu reduzieren, sollte auf eine gute Herstellungspraxis sowie einen sicheren Umgang und entsprechende Verarbeitungsschritte geachtet werden.