Fachbereich Veterinärmedizin


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Biographische Datenbank

Reckleben, Johann Dietrich

Titel:

Prof. Dr. med.

Lebenszeit:

† 13.04.1851

Wirkungsort:

Thierarzneischule Berlin

Biografie:

Reckleben, Johann Dieterich, Dr. med., geb. 1766 zu Tangermünde in der Altmark, gest. den 13. April 1851. Nach absolvirten Schulstudien in seiner Vaterstadt hatte er in Berlin an dem damaligen Collegio medico Medicin studirt und in der Zeit von 1785 bis 1790 bei dem 4. Artillerieregiment als Subchirurgus gedient. Im April 1790 wurde er als Prosector an der eben errichteten Thierarzneischule angestellt, am 9. April 1803 von der damaligen Universität in Erfurt zum Dr. medicinae et chirurgiae promovirt, bei welcher Gelegenheit er seine Dissertation : De Ruminatione animalium (16 S. Po.) schrieb. Mit den Functionen dieser Stelle lag ihm zugleich die ärztliche und `wundärztliche Behandlung der erkrankten Beamten und Eleven der Schule ob. Im folgenden Jahre wurde er zum Professor an der Thierarzneischule ernannt. Später, nachdem die Universität Berlin gestiftet worden, hatte er sich auch an derselben als Privat-Docent für Gegenstände der Thierheilkunde habilitirt und las u. a. über die Krankheiten der Haussäugethiere. In der Thierarzneischule hatte er bis zum Jahre 1806, ausser den Dienstleistungen als Prosector, auch Vorlesungen über die Naturgeschichte der Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, sowie über Chirurgie und Operationslehre zu halten. Letztere gab er im Jahre 1819 ab. Seit dem Abgange des Professors Sick im Jahre 1806 und bis 1824 lehrte er auch Anatomie und Physiologie, und von 1820 bis 1835 hielt er Vorlesungen über Seuchen, Veterinär-Polizei- und gerichtliche Thierheilkunde, und als ihm diese abgenommen wurden, trug er zuletzt noch allgemeine Pathologie und Gestütskunde vor. Bis zum Jahre 1823 führte Prof. Reckleben auch die Aufsicht über den Hundekrankenstalt in der Thierarzneischule. Nachdem er durch 52 Jahre dem Staate gedient und den rothen Adlerorden dritter Classe erhalten hatte, wurde er 1843 in den Ruhestand versetzt. Er, starb im 85. Jahre an Altersschwäche. 1811 verheirathete er sich, aus welcher Ehe ihm eine Tochter geboren wurde, die sich später glücklich verheirathete. 1836 feierte er seine silberne Hochzeit, wozu ich ihm meinen Glückwunsch abstattete, indem ich mich seiner, als meinem Lehrer in der Anatomie, stets mit Wohlwollen erinnerte. Von der thierärztlichen Praxis verstand er zwar wenig, war aber gutmüthig und sehr gefällig besonders gegen diejenigen Schüler, welche die Anatomie mit Eifer betrieben. Oeftere Leiden des Kopfes, worüber er fast beständig klagte, und Mangel an Einverständniss mit dem Director Naumann störten sein Lebensglück. Nie hätte ich geglaubt, dass er sein Lebensalter so hoch bringen würde.

entnommen aus:

Schrader, Georg Wilhelm: Biographisch-literarisches Lexicon der Thierärzte aller Zeiten und Länder, sowie der Naturforscher, Aerzte, Landwirthe, Stallmeister u.s.w., welche sich um die Thierheilkunde verdient gemacht haben : mit 43 Portraits und 95 Namenszügen / gesammelt von G. W. Schrader. Vervollst. und hrsg. von Eduard Hering. - Stuttgart : Ebner & Seubert, 1863. - X, 490 S. Quelle:

  • Gerber, Theophil: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin : biographisches Lexikon. Berlin : NORA Verl., 4. erw. Aufl., 2014 (Bd. 2, S. 608)