Fachbereich Veterinärmedizin


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Biographische Datenbank

Stahl, Wilhelm

Titel:

Prof. Dr. phil. Dr. agr. h. c.

Lebenszeit:

23.10.1900 bis 20.01.1980

Wirkungsort:

Ruhlsdorf; Berlin; Dummerstorf; Rostock

Publikationen zum Geburtstag oder Todestag:

*60: BMTW, 73, 1960, 460

Sonstiges:

Dissertation:

  • Die biologische Wertigkeit der verdaulichen Stickstoffsubstanzen in Fischmehl, Fleischmehl und Trockenhefe bei der Mast wachsender Schweine. Diss. Univ. Göttingen, 1924 - 60 S. -erschienen in Pirna a. Elbe : Pirnaer Anzeiger, 1924

Biografie:

  • geboren am 23. Oktober 1900 in Hilbeck, heute Werl, Kr. Unna, Westfalen
  • gestorben am 20. Januar 1980 in Rostock
  • 1920 Abitur in Werl
  • 1920-1923 Studium der Land- und Volkswirtschaft in Gießen und Göttingen
  • 1924 Promotion zum Dr. phil. bei Prof. Franz Lehmann an der Univ. Göttingen
  • 1925-1927 praktische Tätigkeit im Gebiet Hannover
  • 1927-1928 Tierzucht- und Kontrollringassistent bei der Ostpreußischen Schweinezüchtervereinigung, Königsberg
  • 1928 Assistent
  • 1930 Direktor der Versuchswirtschaft für Schweinehaltung, -fütterung und -zucht GmbH (ab 1935 Staatliche Versuchswirtschaft, ab 1940 Versuchs- und Forschungsanstalt für Schweinehaltung) in Ruhlsdorf bei Teltow, Brandenburg
  • 1937 Ernennung zum Professor (ohne Lehrauftrag) im Preußischen Landesdienst
  • 1944-1945 Geschäftsführung des Reichsausschusses für Schlachtviehverwertung und des Reichsverbandes Deutscher Schweinezüchter
  • 1945 Volkssturm, danach sowjetische Kriegsgefangenschaft (ab 1947 in Sibirien als Sanitäter)
  • 1949 Fachlektor beim Deutschen Bauernverlag Berlin
  • 1950-1965 Chefredakteur der Fachzeitschrift „Tierzucht“

Nach dem Wechsel der beiden Professoren der Humboldt-Universität Joachim Kliesch und Paul Koch nach Westberlin und des Fritz Haring von Dummerstorf / Rostock nach Göttingen erhielt Stahl folgende Lehrstühle:

  • 1950 Lehrauftrag, 1951-1957 Professor mit Lehrstuhl für Tierzucht und Direktor des Instituts für Tierzüchtung und Haustiergenetik der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät an der Humboldt-Universität in Berlin (HUB)
  • 1950-1956 dazu Lehrauftrag für Tierzucht und Direktor des Instituts für Tierzucht der Veterinärmedizinischen Fakultät der HUB
  • 1953-1957 nebenamtliche, 1957-1961 hauptamtliche Leitung des Instituts für Tierzuchtforschung in Dummerstorf der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften (DAL) zu Berlin
  • dazu 1953-1957 Lehrauftrag für Tierzucht und kommissarischer Direktor des Instituts für Tierzucht an der Landw. Fakultät der Univ. Rostock (beides nebenamtlich)
  • 1956-1961 Professor mit Lehrstuhl und Direktor des Instituts für Tierzucht an der Univ. Rostock (beides nebenamtlich)
  • 1961-1966 Professor mit Lehrstuhl und Direktor des Instituts für Tierzucht an der Univ. Rostock (beides hauptamtlich)
  • 1966 Emeritierung, bis 1968 noch Lehrtätigkeit zur „Speziellen Haustiergenetik“, bis 1975 Betreuung von Doktoranden

Für den nach seiner geäußerten Kritik an der zu schnellen Kollektivierung der Landwirtschaft erzwungenen Rücktritt von der Leitung des Instituts in Dummerstorf (1961) wurde Stahl 1990 durch die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR (als Nachfolgerin der DAL) rehabilitiert.

Ehrenämter:
  • 1953-1961 Sekretär der Sektion Tierzucht, Tierernährung und Fischerei der DAL
  • wiss. Beirat beim Staatssekretär für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR
  • 1958-1972 Schriftleiter der Fachzeitschrift „Archiv für Tierzucht“
  • Mitglied des Redaktionsausschusses der „Züchtungskunde“
  • Mitarbeiter der Zeitschrift „Zuchthygiene, Fortpflanzungsstörungen und Besamung der Haustiere“
Auszeichnungen:
  • 1954 Nationalpreis der DDR II. Klasse
  • 1959 Vaterländischer Verdienstorden in Silber
  • 1959 Dr. agr. h. c. durch die Univ. Leipzig
  • 1970 Verweigerung der Ehrenpromotion durch die Univ. Rostock
  • Benennung einer Straße in Dummerstorf als „Wilhelm-Stahl-Allee“
  • seit 1994 Durchführung der „Wilhelm-Stahl-Symposien“ durch das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf
Quellen:
  • Eintrag von "Wilhelm Stahl" im Catalogus Professorum Rostochiensium, URL: http://cpr.uni-rostock.de/metadata/cpr_person_00002108
  • Vorlesungsverzeichnisse der Univ. Rostock: http://web10.ub.uni-rostock.de/wiki/Projekte:Digitalisierung_Vorlesungsverzeichnisse
  • Gerber, Theophil: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin : biographisches Lexikon. Berlin : NORA Verl., 4. erw. Aufl., 2014 (Bd. 2, S. 756/757)
  • Schönmuth, Georg: Laudatio auf Wilhelm Stahl. In: Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Dr. h. c. Wilhelm Stahl anläßlich seines 100. Geburtstages. Humboldt-Universität Berlin, Landw.-Gärten. Fakultät, 2000 - S. 3-15
  • Weiher, Ottfried: Leben und Wirken von Wilhelm Stahl. In: Archiv für Tierzucht, 37, 1994, Sonderheft, S. 17-22
  • Vorlesungsverzeichnisse der Humboldt-Universität Berlin

BMTW Berliner und Münchener tierärztliche Wochenschrift