Fachbereich Veterinärmedizin


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Biographische Datenbank

Lauprecht, Edwin

Titel:

Prof. Dr. phil. habil. Dr. agr. h. c.

Lebenszeit:

07.09.1897 bis 09.07.1987

Wirkungsort:

Göttingen: Universität; Dummerstorf: Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Tierzuchtforschung; Mariensee: Max-Planck-Institut (MPI) für Tierzucht und Tierernährung

Nachruf:

+DTBl, 35, 1987, 773

Sonstiges:

Dissertation:

  • Über die Scheckung des schwarzbunten Niederungsrindes und ihre Vererbung. Math.-naturwiss. Diss an der Mathematisch-Naturwiss. Fak. der Univ. Göttingen, 1927. In: Zeitschrift für induktive Abstammungs- und Vererbungslehre, Bd. 40, 1926 - S. 139-196
Habilitation:
  • Über die Fruchtbarkeit und das Geschlechtsverhältnis beim Trakehner Pferd und ihre Beeinflussung durch das Alter der Eltern. - Habil.-Schrift an der Univ. Göttingen, 1930

Biografie:

  • geboren am 7. September 1897 in Bremen
  • gestorben am 7. Juli 1987 in Göttingen
  • Vater war Apothekenbesitzer und später Landwirt
  • Gymnasien in Bremen und Jever
  • 1914-1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg
  • 1918-1919 Mitarbeit in elterlichen Landwirtschaftsbetrieben
  • 1919-1923 Studium der Landwirtschaft an der Univ. Göttingen, unterbrochen durch praktische Tätigkeit in einem Gut und als Milchkontrollbeamter
  • Dezember 1923 Abschluss als Diplomlandwirt
  • 1924 weitere Anstellung bei der Jeverländer Herdbuchgesellschaft
  • ab Januar 1925 Tätigkeit als Assistent, später als Oberassistent am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Univ. Göttingen
  • Promotion zum Dr. phil. an der Math.-Naturwiss. Fakultät der Univ. Göttingen bei Prof. Alfred Kühn mit einem tierzücht. Thema (mündl. Prüfung 22.12.1924, Urkunde vom 12.04.1927)
  • 1930 Habilitation für das Fach „Landwirtschaftliche Tierzucht“ über Zuchtfragen bei Trakehner Pferden
  • danach Privatdozent für Tierzucht in Göttingen
  • 1936 außerord. (nichtbeamteter) außerplanmäßiger Professor ebenda
  • 1939 (beamteter) außerplanmäßiger Professor ebenda
  • 1939-1941 Kriegsdienstverprflichtung (u. a. als Sachbearbeiter für Tierzucht beim Chef der deutschen Militärverwaltung in Belgien und Nordfrankreich)
  • 1941-1945 Leiter der Abteilung Rinderzucht im neuen Kaiser-Wilhelm-Institut für Tierzuchtforschung, Dummerstorf bei Rostock, dazu außerplanmäßiger Professor für Tierzucht an der Univ. Rostock („Allgemeine Tierzucht“ und „Rinderzucht“)
  • 1945-1946 Umsiedlung der Rinderherde von Dummerstorf nach Westdeutschland
  • 1946-1948 kommissarischer Direktor im Nachfolgeinstitut Mariensee (Niedersachsen)
  • 1948-1967 Leiter der Abteilung Tierzüchtung und Haustiergenetik im Max-Planck- Institut für Tierzucht und Tierernährung in Mariensee/Trenthorst
  • Einrichtung und Leiter einer Arbeitsgruppe am Tierzuchtinstitut in Göttingen zur statistischen Auswertung von Tierversuchen
Arbeitsschwerpunkte: 1924-1939 in Göttingen
  • Vererbung von Farben und Formmerkmalen bei landw. Nutztieren
  • Kreuzungsversuche bei Schweinen mit Vergleich der Leistungen zwischen Eltern und Nachkommen
  • Wichtung von Leistungsmerkmalen bei der Zuchtwertschätzung
  • Fütterung und Haltung landw. Nutztiere
  • Organisierung eines Großversuches mit über 20.000 Rindern
  • Mitarbeiter in der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) und Schriftleiter für zwei wiss. Zeitschriften
1941-1945 in Dummerstorf
  • Kreuzungsversuche zwischen Jersey- und Deutschen Niederungsrindern
1946-1967 in Mariensee
  • Einfluss von Umweltfaktoren auf die Leistungsausprägung bei landw. Nutztieren
  • Beziehungen zwischen verschiedenen Nutzleistungen und ihrer Erblichkeitsanteile
  • Entwicklung neuer genetisch-statistischer Methoden zur Auswertung
  • Anpassung des Echolotverfahrens (Ultraschall) für die Messung von Speck- und Muskeldicke zur Schätzung des Schlachtkörperwertes an lebenden Schweinen vor der Zuchtbenutzung
Verdienste:
  • Schaffung wissenschaftlichen Vorlaufs für Züchtung und Leistungsprüfung
  • Erklärung schwieriger genetischer Zusammenhänge für die Tierzüchter
  • Förderung der Übertragung der neuen tierzüchterischer Erkenntnisse in die Praxis
  • Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ)
  • Edwin Lauprecht war einer der bedeutendsten deutschen Tierzuchtwissenschaftler seiner Generation
Ehrenämter:
  • 1925-1945 Schriftleiter der Fachzeitschrift „Züchtungskunde“, danach bis zu seinem Tode Mitglied des Redaktionsausschusses
  • Mitherausgeber der „Jahrbücher für wissenschaftliche und praktische Tierzucht“
  • ab 1937 Mitglied des Beirates der DGfZ
  • ab 1962 Leiter des Ausschusses für genetisch-statistische Methoden in der Tierzucht innerhalb der DGfZ
  • Mitarbeit als deutscher Delegierter in den Kommissionen für Haustiergenetik bzw. Schweineproduktion der Europäischen Vereinigung für Tierzucht
Ehrungen:
  • 1953 Max-Eyth-Denkmünze in Bronze der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
  • 1972 Ehrenpromotion zum Dr. agr. h. c. durch die Hochschule für Bodenkultur in Wien
  • 1975 Hermann-von-Nathusius-Medaille in Gold der DGfZ
Quellen:
  • Fewson, Dietrich: Hermann-von-Nathusius-Medaille für Prof. Dr. Dr. h. c. Edwin Lauprecht. In: Zkde, 48, 1975, Heft 6, S. 359-362
  • Gerber, Theophil: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin : biographisches Lexikon. Berlin : NORA Verl., 4. erw. Aufl., 2014 (Bd. 1, S. 432)
  • Buddrus, Michael u. Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Univ. Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 251-252. Archiv der Universität Göttingen: Mitteilungen von Dr. Ulrich Hunger (4. und 9. Febr. 2015)
  • Professorenkatalog Rostock (Personalakte Edwin Lauprecht, Universitätsarchiv Rostock)

DTBl Deutsches Tierärzteblatt