Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchungen zur Interaktion von Quercetin-Glukosiden mit dem intestinalen Glukose-Carrier (SGLT1) (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Blöck, Markus
    Quelle
    Berlin, 2002 — 86 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000553
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass der in der Bürstensaummembran lokalisierte Na + -abhängige Glukose-Carrier (SGLT1) an der Absorption bestimmter Quercetin-Glykoside beteiligt sein könnte. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb mit Hilfe zweier in vitro-Methoden zum einen der Einfluss von Quercetin, von Quercetin-3-Glukosid (Isoquercitrin), von Quercetin-4�-Glukosid (Spiraeosid) und von Quercetin-3-Rutinosid (Rutin) auf die mukosale Aufnahme von nicht metabolisierbaren Glukose-Analog Methyl-α -D-Glukopyranosid (MDG) am Dünndarm der Ratte untersucht, zum anderen mit Hilfe der Ussing-Kammer überprüft, ob der SGLT1 am Transport von Isoquercitrin und Rutin in die Dünndarmmukosazellen beteiligt ist. Es konnte gezeigt werden, dass beide Quercetin-Glukoside die mukosale MDG-Aufnahme über den Glukose-Transporter signifikant hemmten, während die MDG-Aufnahme durch Quercetin und Rutin unbeeinflusst blieb. Die Veränderung der apparenten kinetischen Parameter (Km, Vmax) des Na + -abhängigen MDG-Transportes in die Mukosazellen bei Anwesenheit der Quercetin-Glukoside Isoquercitrin und Spiraeosid im Versuchsmedium kann auf eine kompetitive Hemmung am SGLT1 zurückgeführt werden. Bei Versuchen mit der Ussing-Kammer verblieb am mittlerem Jejunum nach einer Versuchsdauer von 2 h eine signifikant höhere Isoquercitrin-Konzentration im mukosalen Kompartiment in Gegenwart von Glukose oder nach Hemmung des SGLT1 durch Phlorizin unter Na + -freien Bedingungen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Hingegen blieben Isoquercitrin nach Zugabe in das serosale Kompartiment und Rutin im mukosalen und serosalen Medium in ihren Konzentrationen über 2 h nahezu unverändert. Versuche mit proximalen Colon ergaben bei mukosal wie serosal eingesetzten Isoquercitrin eine weitgehende Konzentrations-Konstanz über den gesamten Versuchszeitraum. Die Ussing-Kammer- Versuche belegen somit einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein bzw. der Aktivität des SGLT1 und der mukosalen Aufnahme von Isoquercitrin. Zusammengefasst lassen die in dieser Arbeit dargestellten Ergebnisse auf eine Beteiligung des in der Bürstensaummembran des Jejunums lokalisierten Na + -abhängigen Glukose-Carriers (SGLT1) an der Absorption von Quercetin-Glukosiden schließen, wobei ein freier Glukosyl-Rest am Quercetin-Molekül Voraussetzung für den Transport über diesen Carrier zu sein scheint.