Fachbereich Veterinärmedizin


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    Vergleich von intraulnarer und intravenöser Injektion - eine Fallstudie anhand der röntgenologischen und histologischen Befunde an 12 Brieftauben bei Langzeittherapie mit Doxycyclin (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Pohl, Andres
    Quelle
    Berlin, 2002 — 89 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000730
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Literaturauswertung verdeutlichte, daß die intraossaere Applikation schon seit ca. 60 Jahren bekannt und als alternativer Medikationsweg zur intravenösen Injektion benutzt wird. Eine Anwendung dieser Injektionsart konnte in der Vogelmedizin erst für die neuere Zeit aufgezeigt werden. Hierbei sind die am häufigsten beschriebenen Indikationen, welche zur Benutzung der intraossaeren Injektion führen, Schockzustände, Traumata und Dehydratationssituationen. Diese Indikationen verlangen eine schnelle, aber kurzfristige Therapie. In dieser Arbeit wurde die intravenöse Injektionstherapie mit der intraulnaren Injektionstherapie bei einem Langzeitversuch verglichen. Radiologische Aufnahmen sowie histologische Präparate der Ulnaknochen der Tiere dienten zur Auswertung des
    Injektionsmethodenvergleiches. In der vorliegenden Arbeit wurden 12 klinisch gesunde Brieftauben (Columba livia f. domestica) untersucht. Die Tiere wurden in zwei Gruppen zu je 6 Tieren eingeteilt. Zu der Gruppe A gehörten jene Tiere, welche mit der Hilfe
    der intravenösen Injektionstechnik behandelt wurden. Zu der Gruppe B gehörten jene Tiere, welche durch die intraulnare Injektionstechnik therapiert wurden. In beiden Gruppen wurde siebenmal parallel über 30 Tage eine Doxycyclinapplikation durchgeführt. Von den
    Ulnaknochen der Tiere der Gruppe A wurden zwei Röntgenbilder, zu Therapiebeginn und zu Therapieende, angefertigt. Drei Röntgenbilder, zu Therapiebeginn, in der Therapiemitte und zu Therapieende, wurden von den Tieren der Gruppe B erstellt. Von allen zwölf Versuchstieren wurden histologische Präparate der Ulna angefertigt. Dabei wurden Knochenteilstücke im Bereich der Kanülenspitze, der Kanülenmitte und des Knochen/Knorpelüberganges untersucht.
    Die Ergebnisse zeigten für die Tauben der Gruppe A - intravenöse Injektion - physiologische Befunde.
    Für die Tiere der Gruppe B - intraulnare Injektion - konnten pathologische Modifikationen an der Ulna dargestellt werden. Eine Panostitis der Ulnaknochen, welche sich aus einer Ostitis rarefaciens, einer akuten und chronischen Osteomyelitis mit konsekutiver Myelonekrose, einer Chondritis und Chondrose sowie einer Periostitis ossificans zusammensetzte, konnte diagnostiziert werden. Bei acht Brieftauben wurde eine intraossaere Phlebographie der Ulna durchgeführt. Es konnten eine bis fünf Venenaustrittsstellen aus der Ulna dargestellt werden. An zwei Ulnaknochenpräparaten wurde eine Kongorotinjektion durchgeführt. Es wurden Gefäßabflüsse im proximalen, medialen und distalen Knochenbereich dargestellt. Eine Speicherung des injizierten Kontrastmittels in der Knochenmarkhöhle konnte nicht nachgewiesen werden, so daß der Abfluß des Medikamentes den pharmakologischen Anforderungen entspricht resp. mit der intravenösen Injektion vergleichbar is t.
    Die phlebographische Darstellung der Venenabflüsse an der Ulna ermöglicht keine exakte Darstellung der tatsächlichen anatomischen Sachverhalten am Knochen, welches mit Hilfe der Ulnapräparate gezeigt werden konnte. Die Anwendung der intraulnaren Injektion kann für eine Langzeittherapie nicht empfohlen werden. Besteht eine Indikation für die mehrmalige Applikation in das Blutkreislaufsystem, ist eine kurzfristige Inseration einer Kanüle
    in den Knochen als unbedenklich zu erachten.

    The literature states that the intraosseous route has been described for 60 years and used as an alternative route for administration of medicine to the intravenous injection. The usage of this injection method is described in present times in bird medicine. The most commonly encountered indications for using the intraosseous method are shock, traumata and dehydration. These indications require prompt but short-term therapy. The present study compares intravenous therapy with intraulnar method when used on a long-term basis.
    Radiological pictures and histological slides of the ulna bones served to provide a comparison of these two injection methods.
    In this study 12 clinically healthy pigeons (Columba livia f. domestica) were examined. The birds were divided into two groups consisting of 6 birds each. The birds from group A were treated using intravenous injection and those from group B received treatment by intraulnar route. Both groups were treated simultaneously with Doxycyclin for seven times over a period of 30 days.
    Two X-rays were taken from the ulna of birds in-group A, one at the beginning and one at the end of the treatment. The birds in-group B were radiographed three times, once at the beginning, once in the middle and once at the end of the treatment. Histological slides were prepared from the ulna bones of all 12 pigeons. Specimens for examination were taken
    from the bone area surrounding the tip of the cannula, the middle of the cannula and the transition zone between the bone and the cartilage. The results obtained from birds of group A - intravenous injection - were physiological. The results from birds of group B - intraulnar injection - showed to be pathological modifications in the ulna bone. Panostitis consisting of ostitis rarefaciens, acute and chronic osteomyelitis with consecutive myelonecrosis, chondritis and chondrosis and periostitis ossificans was diagnosed. Intraosseous phlebography was performed on 8 pigeons which revealed between one to five vein exit points on the ulna. In two ulna bones intraosseous "Congored" injections were performed. It showed vessel exit points at proximal, medial and distal of the bone.
    No evidence has been found in this study for storage of injected contrastmedia in the bone marrow cavity, which indicates that the outflow of the media is equivalent to the pharmacological requirements which makes it comparable with the intravenous injection.
    The phlebographic findings of the vein access points on the ulna bone died not correspond to the virtual (existing) anatomical structures on the ulna as demonstrated with the ulna specimens. The usage of the intraulnar injection for long term therapy can not be recommended. In clinical cases, which indicate repeated access to the blood vascular system short-term, installation of a cannula in the bone is unobjectionable.