Fachbereich Veterinärmedizin


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    Transportphysiologische Untersuchungen am isolierten Pansenepithel des Schafes; Auswirkungen eines erhöhten osmotischen Druckes bei unterschiedlicher Fütterung (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Lodemann, Ulrike
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2002 — VII, 107 Seiten
    ISBN: 3-89820-312-3
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000554
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Untersuchung beschäftigt sich mit dem Effekt des luminalen osmotischen Druckes auf Eigenschaften der Pansenepithelien in Abhängigkeit von der Fütterung.
    Die Schafe wurden ca. 3 Wochen mit vier verschiedenen Diäten gefüttert: (1) Heu ad libitum, (2) 600 g Kraftfutter/d, (3) 1200 g Kraftfutter/d und (4) 1800 g Kraftfutter/d. Zusätzlich zum Kraftfutter wurde Heu ad libitum angeboten. Die Versuche wurden in vitro mit Hilfe der Ussing-Kammer-Methode an der isolierten Pansenschleimhaut durchgeführt. Dabei wurde die luminale Osmolarität in den Kontrollgruppen auf 300 mosmol/l eingestellt und in den Versuchsgruppen mit Mannit auf 375 bzw. 450 mosmol/l erhöht.
    1. Der Na-Nettotransport (Jnet Na) wurde insgesamt durch die Kraftfuttergaben erhöht. Dies ist auf eine Steigerung des Transports von mukosal nach serosal (Jms Na), wahrscheinlich auf eine Zunahme der Aktivität des apikalen Na/H-Austauschers zurückzuführen.
    2. Die Erhöhung der Osmolarität führte zu einem Anstieg der Leitfähigkeit (Gt) in allen Fütterungsgruppen. Diese Auswirkung war bei hohen Kraftfuttergaben deutlich geringer. Die Gt-Veränderungen sind bei Heu und 600 g Kraftfutter/d auf parazelluläre, bei hohen Kraftfuttergaben wahrscheinlich auf transzelluläre Effekte zurückzuführen. Die osmotische Resistenz des Epithels nimmt also mit steigenden Kraftfuttergaben zu.
    3. Der Na-Nettotransport wurde durch einen erhöhten osmotischen Druck reduziert, die Abnahme war am ausgeprägtesten bei hohen Kraftfuttergaben.
    4. In der Fütterungsgruppe Heu und 600 g Kraftfutter/d wurde der Na-Transport von serosal nach mukosal (Jsm Na) erhöht, in den Gruppen 1200 und 1800 g Kraftfutter/d veränderte sich Jsm Na dagegen nicht.
    5. In den Gruppen 1200 und 1800 g Kraftfutter/d wurde Jms Na durch den erhöhten osmotischen Druck vermindert. Diese Reduktion erfolgt wahrscheinlich durch eine Hemmung der Aktivität des Na/H-Austauschers.
    6. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf ihre mögliche praktische Bedeutung diskutiert.