Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Kannibalismus und Rinderwahn:
    ein Argument gegen jegliche Tiermehlfütterung? (2002)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Hildebrandt, G.
    Luy, J.
    Simon, O.
    Quelle
    Tierärztliche Umschau; 57(2) — S. 77–89
    ISSN: 0049-3864
    Kontakt
    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    Tel.: +49 30 838 62901 (Sekretariat)
    email: tierschutz@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Von allen Anschuldigungen, die in der Diskussion um das Entstehen von BSE erhoben werden, wirkt die Behauptung, durch Tiermehlfütterung wären Rinder zum widernatürlichen Fleischverzehr oder gar zum Kannibalismus gezwungen worden, wegen ihrer moralischen Dimension besonders nachhaltig. Mit Hilfe von 12 Thesen läßt sich zeigen, daß dem Kannibalismus-Vorwurf die wissenschaftliche Grundlage fehlt und ein ethischer Tierschutz die Verfütterung von Tiermehl weder an Rinder noch an andere Nutztiere verbietet. Es muß vielmehr jedes Gemeinwesen im Rahmen einer sachbezogenen Auseinandersetzung die Frage beantworten, ob es Geld für Sicherheitssysteme beim sinnvollen Recycling von Schlachtnebenprodukten investiert oder den finanziellen Verlust eines Verwertungsverbotes trägt. Für diese Güterabwägung besitzt das Kannibalismus-Argument keine Relevanz.

    Cannibalism and mad cows - an argument against feeding of mammalian meat and bone meal (MMBM)?

    Among all accusations that have been claimed within the discussion about the origin of BSE, the assertion that cattle was forced to unnatural meat consumption - or even cannibalism - by feedstuffs containing MMBM, is a particularly long lasting one, because of ist highly moral dimension. From 12 thesises it is clarified that the accusation of cannibalism lacks scientific reasoning and that animal welfare is not in principle affected by feeding of MMBM - neither to cattle nor other farm animals. Furthermore, within a sober discussion, every community has to answer the question whether to invest money in security systems for offal recycling and rendering or to accept the financial loss of a ban on ist utilization. To weigh this against each other the argument of cannibalism does not have any importance.