Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einfluss von Mykotoxinen auf den Gehalt an Retinol und Retinylestern im Serum und in der Leber sowie auf ausgewählte Blutparameter beim präpubertären weiblichen Schwein (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Gericke, Stephan
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2007 — 87 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-457-1
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005248
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Hintergrund:
    Die Mykotoxine Deoxynivalenol und Zearalenon verursachen bei Schweinen u.a. Wachstumsdepressionen, Reproduktionsstörungen und beeinträchtigen die Futteraufnahme. Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Einfluss von Mykotoxinen auf den Gehalt an Retinol und Retinylestern im Serum und in der Leber sowie auf ausgewählte Blutparameter beim präpubertären weiblichen Schwein“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Toxine Deoxynivalenol und Zearalenon auf den Stoffwechsel der genannten fettlöslichen Vitamine und soll dabei sowohl eine Abhängigkeit von der Konzentration unterstreichen, als auch Wirkungen eines Detoxifikationsmittels beleuchten.

    Material und Methoden:
    Die untersuchten Ferkel stammen aus dem Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, wo umfangreiche Studien zu Strategien der Detoxifikation der Mykotoxine Deoxynivalenol und Zearalenon beim Schwein durchgeführt wurden. Um die Konzentrationsabhängigkeit der Mykotoxine zu untersuchen, wurden von 50 Tieren im Serum der Gehalt an Retinol und Retinylestern mittels rpHPLC analysiert. Die Wirkung des Detoxifikationsmittels wurde ebenso an 40 Tieren in Serum und Leber untersucht. Zusätzlich wurde hier der Vitamin-E-Gehalt ebenfalls mittels rpHPLC bestimmt. Enzymatisch wurden im Serum aller 90 Tiere Cholesterin-, Triglycerid- und Gesamtproteingehalt ermittelt.

    Ergebnisse und Diskussion:
    Die in der vorliegenden Studie für die Kontrollgruppe ermittelten Gehalte an Retinol und Vitamin E ordnen sich in die in der Literatur beschriebenen Konzentrationsbereiche ein. Erstmalig wurden die Retinylester in der Leber präpubertärer weiblicher Schweine bestimmt. Es zeigte sich folgende Verteilung am Gesamtestergehalt (Kontrollgruppe): 23% Retinyloleat, 61% Retinylpalmitat und 16% Retinylstearat. Dieses Verteilungsmuster wurde weder durch die Aufnahme von Mykotoxinen, noch durch das Adsorbens beeinflusst, sowie auch der Gehalt an Retinol im Plasma oder an Retinylestern in den Leberspeichern unbeeinflusst blieb. Neben einem geringeren Proteingehalt im Serum, entstanden durch die verminderte Futteraufnahme in Kombination mit einer gestörten Proteinsynthese, wird der Vitamin-E-Gehalt in der vorliegenden Studie durch die Belastung mit beiden Mykotoxinen sowie durch das Detoxifikationsmittel negativ beeinflusst, was alleine durch eine veränderte Bioverfügbarkeit oder Absorptionsstörungen begründet sein könnte. Der RBP-Gehalt im Serum der mykotoxinbelasteten Schweine ist signifikant höher als bei den Kontrolltieren, möglicherweise aufgrund einer östrogeninduzierten gesteigerten Synthese von RBP u.a. in der Niere, wodurch es zu einem veränderten Verhältnis zwischen Vitamin und Transportprotein kommt. Insbesondere der Serumcholesteringehalt wird durch das Detoxifikationsmittel gesenkt. Als Ursache wird der direkte Einfluss auf den enterohepatischen Kreislauf und die biliäre Sekretion diskutiert. Die Mykotoxine Deoxynivalenol und Zearalenon haben keinen Einfluss auf den Cholesterin- und Triglyceridstoffwechsel.