Fachbereich Veterinärmedizin


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    Die Adaptation des Pansenepithels im zeitlichen Verlauf in Abhängigkeit von der Fütterung am Modell des Schafes (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Prießnitz, Jatti-Lynn
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2007 — 205 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-346-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000003500
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62600 Fax.+49 30 838-62610
    email:physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In der vorliegenden Promotionsarbeit wurde der zeitliche Verlauf der Adaptation des Pansenepithels bei einer Futterumstellung von energiearmer Heufütterung auf energiereiche Konzentratfutter-Supplementierung auf verschiedenen Ebenen bei einer Gruppe von Schafen untersucht. Bei diesen Tieren wurden in vivo Veränderungen in der Pansenflüssigkeit und der IGF-1-Konzentration im Plasma erfasst. In vitro erfolgte anhand von Gewebestücken eine Untersuchung der Absorptionsraten von Natrium und Acetat (Ussing-Kammer-Methode) und anhand abgetrennter Zotten eine Untersuchung der mRNA-Kopienzahl verschiedener Gene. In Bezug auf die Messungen der Natrium-Absorption interessierten auf molekularer Ebene besonders die Natrium-transportierenden Proteine NHE1, NHE3 und Na-K-ATPase, sowie der NHE 3 regulating factor 1. Außerdem wurden Enzyme und Transportproteine untersucht, die für den Stoffwechsel und die pH-Regulation der Pansenepithelzellen von Bedeutung sind. In den in vivo-Untersuchungen wurden folgende Veränderungen festgestellt: - In der Pansenflüssigkeit bestand ein fütterungsabhängiger Verlauf von NH4+-Konzentration, pH-Wert und Osmolalität. - Die Osmolalität blieb im Gegensatz zu pH-Wert und NH4+-Konzentration im Mittel für alle untersuchten Fütterungstage gleich. - Die Plasma-IGF-1-Konzentration zeigte eine fütterungsabhängige langsame Erhöhung bis zum 35. Tag der Konzentratfutter-Supplementierung. Die in vitro-Untersuchungen lieferten folgende Ergebnisse: - Die Natrium-Absorption blieb nach einem deutlichen Anstieg innerhalb der ersten Woche nach Futterumstellung bis zur 6. Woche konstant erhöht. - Die transepitheliale Aufnahme der Fettsäure Acetat steigerte sich nach der Futterumstellung nicht und sank tendenziell innerhalb der ersten Woche ab. - Die relative mRNA-Kopienzahl der Natrium-Transportierenden Proteine NHE1, NHE3 und Na-K-ATPase, sowie des NHE 3 regulating factor 1 (NHERF1) zeigte keine Zu- oder Abnahme bei Vergleich zwischen Kontroll- und Versuchsgruppen. - Bei den Transportproteinen AE2 und MCT1, bei der vH-ATPase und den Enzymen CA1, CA2 und ACS2 konnte auf mRNA-Ebene keine Änderung gefunden werden. Mit diesen Ergebnissen bleibt weiter unklar, welche Mechanismen auf zellulärer Ebene für die gemessene Erhöhung der Natrium-Absorption verantwortlich sind. Es steht fest, dass eine Steigerung in der Aktivität des NHE stattfinden muss, mit der sich die Pansenepithelzelle bei energiereichem Futter vor einer intrazellulären Übersäuerung schützt. Die in der Literatur beschriebene Erhöhung der Fettsäure-Absorption nach Futterumstellung lässt sich durch eine Vergrößerung der Oberfläche in vivo erklären und spricht für eine Aufnahme der Fettsäure vor allem über Diffusion. Die Steigerung der Plasma-Konzentration von IGF-1 könnte bedeuten, dass hier ein (gen-) regulativer Mechanismus vorliegt.