Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einfluss von Sauerstoff und Temperatur auf die Zusammensetzung embryonaler Flüssigkeiten bei Gallus gallus domesticus (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Feske, D.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2009 — IV, 114 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-596-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000012008
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einfluss auf die gemessenen Parameter. Dieser langfristige Einfluss hat Vorgänge eingeleitet, die auf eine Adaptation deuten. Lange (2005) fand eine Dickenzunahme des Septums, was auf erhöhte Herzarbeit schließen lässt.
    Im Vergleich zur chronischen Beeinflussung führte kurzfristiger Sauerstoffmangel im Blut zu signifikanten Unterschieden des pH-Wertes (an allen Untersuchungstagen), des pO2 (selektiv) und des Bikarbonatgehaltes (selektiv) im Vergleich zu den nicht behandelten Gruppen. Dies deutet darauf hin, dass die Einstellung dieser Werte nach Stressorwirkung sehr empfindlich geregelt wird.
    Der pH-Wert im Blut wird unter allen Einflüssen zwischen 7,5 bis 7,6 gehalten, in der Amnionflüssigkeit zwischen 6,7 bis 6,9. Der altersabhängige Abfall im Blut und der vergleichbare Anstieg des pH-Wertes in der Amnionflüssigkeit zeigt eine Feinabstimmung in Abhängigkeit vom Alter.
    Diese Konstanthaltung in engen Grenzen, aber auf unterschiedlicher Höhe in beiden Flüssigkeiten, unterstützt die Aussage, dass beide Kompartimente unterschiedlich geregelt werden können.

    Die untersuchten Elektrolyte stehen ebenfalls in enger Beziehung zum Alter der Embryonen. Veränderte Inkubationsbedingungen führten innerhalb einer Flüssigkeit an einzelnen Tagen zu signifikanten Veränderungen. Zwischen beiden Flüssigkeiten kommt es nach D12 zu signifikanten Beeinflussungen.
    In der Amnionflüssigkeit stiegen die Konzentrationen an K+ und Ca2+ mit zunehmender Inkubationsdauer (Auffangbecken im Zusammenhang mit dem Blut), die Konzentrationen an Na+, Cl- und Lactat- fielen (Lieferung für das Blut).
    Die Amnionflüssigkeit entspricht bezogen auf Na+, K+ und HCO3 - der intrazellulären und das Blut der extrazellulären Ionenkonzentrationen.
    Die Konzentrationen an Glucose und Laktat unterscheiden sich zwischen Blut und Amnionflüssigkeit um das 30- bis 50fache. Die Glucose zeigte einen altersabhängigen Anstieg im Blut (D12=6,77 bis D20=10,82 mmol/l). In der Amnionflüssigkeit lag die Konzentration bei 0,2 mmol/l und blieb über den gesamten Untersuchungszeitraum konstant.
    Hyperthermie führte bei der Glucose im Blut zu größten Abweichungen im Vergleich zur Kontrolle, Hyperthermie und Sauerstoffmangel dagegen hatten keine Abweichungen zur Folge.

    Lactat zeigte einen altersabhängigen Abfall in beiden Flüssigkeiten. An allen Inkubationstagen zeigte sich ein signifikanter Unterschied nach langfristigem Sauerstoffmangel.
    Embryonen- und Herzgewicht stiegen mit zunehmendem Alter. Hyperthermie hatte zum Ende der Inkubation ein geringeres Körper- und Herzgewicht im Vergleich zur Kontrolle zur Folge. Hyperthermie und Sauerstoffmangel dagegen führten zu einem höheren Herzgewicht und hatten keinen Einfluss auf die Embryonengewichte.

    Blut und Amnionflüssigkeit stehen in enger Verbindung über das Endothel der Gefäße und das Epithel des Amnions. Die Amnionflüssigkeit scheint Reservoir und Lieferant der geprüften Gase, Elektrolyte und Metabolite für den Stoffwechsel des Embryos unter physiologischen und belastenden Bedingungen zu sein.
    Es wurden unterschiedliche Konzentrationen bei Gasparametern, in der Konzentration der Elektrolyte und der Glucose im Blut und in der Amnionflüssigkeit gemessen, verursacht durch Alter, Temperatur und Sauerstoffmangel. Damit ist die Grundlage für veränderten hydrostatischen und (kolloid)osmotischen Druck gegeben. Diese Einflüsse können zu veränderter Elektrolyt- und damit Wasserbalance im Embryo führen. Im schnell wachsenden Masthähnchen kommt als weitere Komplikation die mangelhafte Kapillarisierung der weißen Brustmuskulatur hinzu. Das Herz muss mit erhöhtem Druck arbeiten, was zu Links- und Rechtsherzinsuffizienz führen kann. Damit wäre zumindest teilweise das häufige Vorkommen der Ascites bei Mastgeflügel u.a. auch im Zusammenwirken des Blut- und Amnionkompartiments zu erklären.