Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchung von Hochleistungsmilchviehherden mit der Milchacetonbestimmung (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Michel, Gerald
    Quelle
    Berlin, 2002 — 124 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000815
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62261 Fax.+49 30 838 62512
    email:klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In monatlichem Abstand wurden in der Zeit von November 1999 bis April 2001 in 8
    Milchproduktionsbetrieben mit 10 Produktionseinheiten von allen Tieren bis zur 8.
    Laktationswoche insgesamt 10 241 Milchproben genommen. In diesen wurden mit der
    Fließlösungsanalyse (FSA) quantitativ die Acetongehalte gemessen, um eine Aussage über
    eine bestehende ketotische Belastung machen zu können.
    Die Acetongehalte waren in vier Klassen eingeteilt:
    Acetonklasse 1: 0 – 0,2 mmol/l Aceton physiologischer Bereich
    Acetonklasse 2: 0,3 – 1 mmol/l Aceton subklinische Ketose
    Acetonklasse 3: 1,1 – 2 mmol/l Aceton Verdacht auf klinische Ketose
    Acetonklasse 4: > 2 mmol/l Aceton klinische Ketose
    Die Ketoseprävalenz betrug 1,8 % und variierte zwischen den Betrieben von 0,8 bis 4,6 %. In
    den ersten sechs Laktationswochen traten 93,3 % der unphysiologischen Werte auf. Klinische
    Ketosen traten verstärkt in der zweiten bis sechsten Woche p.p. auf.
    Sie konzentrieren sich auf die ersten beiden Laktationen (62,2 %). Da vorwiegend junge Kühe
    in den Ställen stehen (70,5 % der Tiere stehen in der ersten und zweiten Laktation), sind
    ältere Tiere auch relativ weniger betroffen.
    Tiere mit ketotischer Belastung findet man in allen Betrieben vermehrt im Frühsommer und
    zum Jahresanfang. Die niedrigsten prozentualen Anteile pro Monat treten im Frühjahr und
    Herbst auf. Es ließ sich kein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Fett-Eiweiß-Quotienten und erhöhten Milchacetonkonzentrationen feststellen. Tiere mit einer hohen Milchleistung haben kein höheres Risiko für erhöhte Milchacetonwerte, als Tiere mit mittlerer oder geringer Milchleistung. Dies gilt sowohl für die Jahresmilchleistung als auch für die Tagesmilchleistung.
    Ketose und andere Erkrankungen, wie Mastitis, Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen,
    Puerperalstörungen und andere Stoffwechselstörungen, beeinflussen sich gegenseitig positiv.
    Es treten bei Tieren mit unphysiologischen Acetonwerten verstärkt Mastitiden,
    Puerperalstörungen und Gliedmaßenprobleme auf.
    Die Belastung mit erhöhten Milchacetonkonzentrationen und die manifeste Erkrankung an
    Ketose macht nur einen geringen Anteil an den Abgangsursachen aus. Es gehen weniger Tiere
    mit erhöhten Acetonkonzentrationen ab als Tiere, die an Erkrankungen ohne erhöhte
    Milchacetonwerten litten. Von den Tieren in Acetonklasse zwei bis vier ist nur etwa ein
    Drittel abgegangen.
    In einem Betrieb wurde zusätzlich eine zweimonatige Verlaufsuntersuchung durchgeführt, in
    der bei allen Tieren in den ersten 7 Laktationswochen täglich eine Milchprobe genommen und
    quantitativ auf ihren Acetongehalt untersucht wurde. Von 85 Tieren wiesen 67 Tiere ein- oder mehrmals unphysiologische Milchacetonkonzentrationen auf. Die auffälligen Werte traten
    fast ausschließlich nur an einzelnen Tagen auf und waren durch längere Phasen
    physiologischer Acetongehalte unterbrochen. Nur wenige Tiere hatten über mehrere
    aufeinander folgende Tage erhöhte Acetonwerte. Der Zeitraum der erhöhten Acetonwerte in
    der Milch vom ersten bis zum letzten auffälligen Tag erstreckte sich im Mittel über 12 Tage
    und schwankte zwischen einem und 35 Tagen.

    During the time of November 1999 to April 2001 at eight dairy farms with ten production
    units from all animals within the first eight weeks p.p. 10 241 milk samples were taken
    altogether in monthly intervals. In these quantitatively aceton concentrations were determined by using the flow solution analysis technique (FIA), to get a declaration over the ketotic stress.
    Acetone contents were classified in four classes:
    acetone class 1: 0 – 0,2 mmol/l acetone physiological range
    acetone class 2: 0,3 – 1 mmol/l acetone subclinical ketosis
    acetone class 3: 1,1 – 2 mmol/l acetone suspicion on clinical ketosis
    acetone class 4: > 2 mmol/l acetone clinical ketosis
    The prevalence of ketosis was 1,8 % overall and differed from 0,8 to 4,6 %. In the first six weeks of lactation 93,3 % of the unphysiological values appeared. Values of clinical ketosis intensivied in week two to six.
    In the continous checks of the herds all animals within the first six weeks of lactation should be analysed once or repeated, to prevent economic loss by decreasing milk yield as a result of ketosis.
    The age group in the acetone classes two to four is clear. It concentrates on the first two
    lactations (62,2 %). Dominately there are younger cows in the herds, though (70,5 % of the
    animal are in lactation one and two), older animals are striken rarely.
    Animals with ketotic stress were found in the herds mainly in early summer and at the
    beginning of the year. The lowest monthly percentage appear in spring and autumn.
    There could be seen no coherence between an increased fat-protein-quotient and increased
    acetone concentrations in milk.
    Animals with high milk yield have no more risk of increased acetone concentrations in milk
    than animals with medium or low milk yield. This means both the annual milk yield and the
    day-milk-yield.
    Ketosis and other diseases like mastitis, claw- and limb affections, puerperal and other
    metabolic diseases interact positively. Animals with unphysiological acetone levels show
    fortified mastits, puerperal and limb affections.
    The stress with increased acetone concentrations in milk and the manifest indisposition on
    ketosis affects the culling rate is just a small share. Animals with increased acetone
    concentrations were culled more infrequent than animals with physiological acetone levels to suffer from other diseases. Of the animals in acetone class two to four just one third was culled, the others may continue producing milk.
    In one dairy farm additionally a two month long time study was made, in which from all
    animals within the first seven weeks p.p. one milk sample daily was taken and it´s acetone
    concentration was quantitatively determined. 67 out of 85 animals attracted attention once or repeated with unphysiological acetone concentrations in milk. The higher acetone levels
    occurred mostly on single days and were interrupted from phases of physiological acetone
    levels. Only few animals were striking with higher milk acetone levels on several following
    days. The period of higher acetone levels from first to last striking day was mainly 12 days and differed from one to 35 days.