Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einsatzmöglichkeiten der Mengenelementanalytik im Harn zur Überwachung einer anionenreichen Fütterung im Rahmen der prophylaktischen Bestandsbetreuung von Milchviehherden (2003)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Eustermann, Sabine
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2003 — 154 Seiten
    ISBN: 3-89820-663-7
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    +49 30 838 62261
    klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Parturient paresis is still for all that medical attentions one of the most important and most frequent interruptions with the dairy cows. With all available precautions the focus is set on the ration of the existing difference between the anions and cat-ions (DCAB) and the influence of that by the aid of so called acidogenic salts. To control the effects of these salts it need to be found suitable analyses. The object of that work was studying the use of the concentration of minerals in the urine to observe an anion-rich nutrition of dairy cows. Once a month samples of urine have been taken from cows in dairy farms and analysed from May 2001 to November 2002 to this end. Further more there have been taken food trials from dry cows and transit cows to examine them. To get sure outcomes in the fixing of minerals in the urine the samples should be transported cool as well as they should be tested within a few days. If not, deep-freezing of the samples is possible for a couple of days without any difficulties whereby a sure definition of the content of phosphor is not possible any longer. Pre-eminently the concentrations should be examined only in fresh samples. During the analyses it has to pay regard to a good mixture after thawing of the deep-frozen samples. The current ranges of reference for the concentrations of the quantity-elements in the urine can be proved except from the phosphor. The higher range of phosphor should be lowered to < 1,9mmol/l. The frequently discussed hyperphosphaturic effect of acidosises cannot be verified. In the assortment of different minerals in the urine the calcium is appropriate to study the effects of acidogenic salts. The concentration of calcium in the urine shows the reduction of the DCAB in the food as well as the induced acidosis and the increase of the mobilisation and absorption of calcium in a good way. The metabolism of calcium is positively influenced even with a DCAB in the positive scale. To guarantee a significant use of acidogenic salts the DCAB should be fixed first in ration under high attention on the concentration of sulphur. The maximum should not be higher than 250 mEq/kg TS. Zusammenfassung: Die Gebärparese gehört trotz intensiver Bemühungen immer noch zu den bedeutendsten und häufigsten Störungen bei Milchkühen. Von den zur Verfügung stehenden Prophylaxemaßnahmen steht heute die vor der Geburt in der Ration vorhandene Kationen-Anionen-Differenz (DCAB) und deren Beeinflussung mit Hilfe sogenannter saurer Salze im Zentrum des Interesses. Um die Wirkung dieser Salze kontrollieren zu können, müssen geeignete Analysen gefunden werden. Ziel dieser Arbeit war es, die Nutzung der Mineralstoffkonzentrationen im Harn für die Überwachung einer anionenreichen Fütterung bei Milchkühen zu überprüfen. Zu diesem Zweck wurden im Zeitraum von Mai 2001 bis November 2002 in monatlichen Abständen Harnproben von Kühen aus neun Milchviehbetrieben in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gewonnen und auf ihre Mineralstoffgehalte untersucht. Außerdem wurden Futterproben der Trockensteher- und Vorbereiterrationen entnommen und deren DCAB-Wert bestimmt. Um zuverlässige Ergebnisse bei der Mineralstoffbestimmung im Harn zu erhalten, sollten die Proben möglichst gekühlt transportiert und im Labor binnen weniger Tage untersucht werden. Ist dieses nicht möglich, kann das Probenmaterial ohne weiteres vorübergehend tiefgekühlt werden, wobei eine zuverlässige Bestimmung der Phosphatwerte danach allerdings nicht mehr möglich ist. Die Phosphatkonzentration sollte vorzugsweise nur in frischen Proben untersucht werden. Bei der Analyse von tiefgekühlten Harnproben ist nach dem Auftauen auf eine besonders gute Durchmischung der Harnproben zu achten. Die derzeitig geltenden Referenzbereiche für die Konzentrationen der Mengenelemente im Harn können mit Ausnahme von Phosphat bestätigt werden. Für Phosphat sollte der obere Referenzwert auf < 1,9 mmol/l herabgesetzt werden. Der vielfach diskutierte hyperphosphaturetische Effekt von Azidosen kann nicht bestätigt werden. Von den verschiedenen Mineralstoffen im Harn ist Calcium am besten geeignet, die Wirkung von sauren Salzen zu überprüfen. Die Calciumkonzentration im Harn spiegelt die Absenkung des DCAB-Wertes im Futter sowie die dadurch induzierte Azidose und Steigerung der Calciummobilisation sowie Calciumabsorption gut wider. Auch bei DCAB-Werten im positiven Bereich wird der Calciumstoffwechsel positiv beeinflusst. Um einen sinnvollen Einsatz saurer Salze zu gewährleisten, sollte zuvor der DCAB-Wert in der Ausgangsration unter Berücksichtigung der Schwefelkonzentration bestimmt werden, und die DCAB sollte ein Maximum von 250 mEq/kg TS nicht überschreiten.