Fachbereich Veterinärmedizin


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    Ergebnisse eines Impfprogrammes gegen Salmonella Typhimurium - Infektionen am stationären Patientengut der Klinik für Klauentiere der Freien Universität Berlin (2003)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Schell, Maike
    Quelle
    Berlin, 2003 — 141 Seiten
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    +49 30 838 62261
    klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Even in spite of numerous prophylactic measures practised at university clinics, the risk of introducing Salmonella infected cattle prevails. In-clinic patients which are highly immunesuppressed due to disease are often confronted with new patients of unknown history and infectious status. Thus there is a constant threat of spreading disease within the clinic as well as carrying latent infections back into the herd of origin. An essential aspect of controlling bovine Salmonellosis is immuneprophylaxis in form of herd vaccination. Although it is known that vaccination cannot prevent from new infections, a significant reduction of Salmonella elemination as well as a reduction in morbidity and mortality rates are observed in cattle after vaccination of Salmonella infected cattle. The objective of this study is to determine the post-vaccination immune competence of cattle under the condition of stress due to disease. The primary question was whether stressed cattle are indeed able to produce adequate antibodies against Salmonella post vaccination and how antibody titers compare to those of healthy cattle. On the first day of clinic entry blood samples were obtained from a total of 149 cattle ranging from 1 day to 12 years of age. Subsequently all cattle were vaccinated with Murivac, 5 ml subcutaneously. A booster-vaccination was given 21 ± 3 days later. Antibody titers against Salmonella Typhimurium and Salmonella Dublin were determined by Serum ELISA from blood samples taken at 21 ± 3 day intervals post-vaccination. In a total of 144 cattle the pre-vaccination Salmonella tyhimurium antibody titer ranged between 0.08 and 0.61. Only 5 cattle (3.3%) showed Salmonella Typhimurium antibody above 0.61, whereas 15 cattle (10%) showed Salmonella Dublin antibody titers above 0.61. Thus more cattle showed high pre-vaccination antibody titers against Salmonella Dublin than against Salmonella Typhimurium. The mean difference of antibody titers against Salmonella Typhimurium between first and second sampling was 0.709 and between second and third sampling .615. The post vaccination rise in antibody titers against Salmonella Typhimurium shows clearly that ill cattle in a clinic environment have an adequate immune response comparable to that of healthy cattle. A rise of antibody titers before and after the first vaccination occurred in all age groups of cattle. The mean difference in the rise was lowest in the age group of calfs (0.096) and highest in the age groups 2 and 4 respectively (0.949 and 0.810). Although cattle were vaccinated against Salmonella Typhimurium, a rise of antibody titers were noted against Salmonella Dublin. A possible reason may lie in the incomplete expression of o-antigens and cross-reactivity against nuclear antigens. Higher mean antibody titers were seen in cattle which, at the time of vaccination, had not received antimicrobial treatment, compared to those with antimicrobial treatment. In summary we conclude that cattle under stress due to disease and clinic environment have an adequate immune response against Salmonella Tyhimurium following vaccination with Murivac. This immune response, measured by antibody titer, is comparable to that of healthy cattle. Hence there appears to be no difference in the immune competence between ill and healty cattle. Trotz vielfältiger Vorkehrungsmaßnahmen besteht auch in universitären Rinderkliniken stets die Gefahr, daß Tiere, die mit Salmonellen infiziert sind, eingestellt werden. Zum einen finden regelmäßig Zugänge mit unbekanntem Infektionsstatus statt, zum anderen sind die oftmals anderweitig schwerkranken Tiere teilweise hochgradig immunsupprimiert. Es besteht daher ständig die Gefahr einer Erregerausbreitung in der Klinik und der späteren Verschleppung der Infektion zurück in die Herkunftsbestände. Die Immunprophylaxe im Rahmen einer Bestandsimpfung stellt einen wichtigen Ansatz zur Bekämpfung der bovinen Salmonellose dar. Es ist zwar bekannt, daß eine Salmonellen- impfung keinen vollkommenen Schutz vor Neuinfektionen bildet, jedoch werden sowohl eine signifikante Reduzierung der Erregerauscheidung bei bereits infizierten Rindern als auch der Letalität und Morbidität bei geimpften und bereits infizierten Rindern beobachtet. Im Hinblick auf die Wirksamkeit einer Salmonellenimpfung bei kranken Rindern erschien eine Studie zur Klärung der Immunkompetenz dieser Tiere sinnvoll. Ziel dieser Untersuchung sollte die Beantwortung der Frage sein, ob Rinder unter Klinikbedingungen, d.h. unter Krankheitsstreß, medikamentöser Behandlung, nach Operationen etc. in der Lage sind, Salmonellen- antikörper nach einer Impfung in vergleichbarer Weise zu gesunden Rindern zu bilden. Insgesamt wurde 149 Rindern im Alter von einem Tag bis zu 12 Jahren am Einweisungstag oder wenig später eine Blutprobe entnommen und anschließend eine subkutane Injektion mit dem Todimpfstoff MurivacÒ in der Dosis von 5 ml verabreicht. Die Nachimpfung und die zweite Blutuntersuchung erfolgte jeweils im Abstand von 21 ± 3 Tagen, um den "Booster-Effekt" zu erfassen. Weitere Blutproben wurden im Abstand von 21 ± 3 Tagen nach der zweiten Impfung genommen. Die Serumuntersuchung dieser Proben auf Antikörper gegen Salmonella Typhimurium und Salmonella Dublin fand mittels indirektem ELISA statt. Der Salmonella Typhimurium-Antikörpertiter zum Zeitpunkt der ersten Messung lag bei 144 Tieren zwischen 0.08 und 0.61. Nur 5 Tiere (3.3 %) hatten einen Salmonella Typhimurium-Antikörpertiter, der höher war als 0.610. Dagegen hatten 15 Rinder (10 %) einen Salmonella Dublin-Antikörpertiter, der größer war als 0.610. Zum Zeitpunkt der Einweisung hatten somit mehr Patienten einen höheren Salmonella Dublin-Antikörpertiter als einen Salmonella Typhimurium-Antikörpertiter. Bei der Salmonella Typhimurium-Antikörpertiteränderung vom ersten zum zweiten Probezeitpunkt betrug der Median 0.709, vom zweiten zum dritten Probezeitpunkt 0.615. Der Anstieg des Salmonella Typhimurium-Antikörpertiters im Anschluß an die durchgeführte Murivacimpfung zeigt, daß auch kranke, stationär in einer Klinik aufgenommene Tiere in der Lage sind, auf eine Impfung mit einer eindeutigen immunologischen Reaktion zu reagieren. Vergleichbare Untersuchungen zeigten ähnliche Antikörpertiterverläufe bei gesunden Tieren. Bei Betrachtung der Salmonella Typhimurium-Antikörpertiterveränderung nach der ersten Impfung in Abhänigkeit von der Zugehörigkeit zu den Altersklassen ist erkennbar, daß es in allen Alterskassen zu Titeränderungen kam. Die Titeränderung bei den Tieren bis sechs Wochen war geringer als bei den älteren. So lag in der Altersklasse der Kälber der Median mit 0.096 am niedrigsten und in der Altersklasse 2 mit 0.949 sowie bei der Klasse 4 mit 0.810 am höchsten. Obwohl es sich bei dem eingesetzten Impfstoff um einen Salmonella Typhimurium-Impfstoff handelt, kam es bei den untersuchten Tieren auch zu einem Anstieg des Salmonella Dublin-Antikörpertiters. Ein Grund für dieses Phänomen mag sein, daß die O-Antigene nicht immer ausreichend exprimiert werden und folglich kreuzreaktive Antikörper gegen Kernantige produziert werden. Der Vergleich der Gruppen mit und ohne Chemotherapeutikum ergab im Mittel einen höheren Antikörpertiter bei Tieren, die zum Zeitpunkt der Impfung (± 3 Tage) keine Behandlung mit Chemotherapeutika erhalten hatten. In der Zusammenfassung kann gesagt werden, daß die Untersuchungsergebnisse dieser Studie eindeutig zeigen, daß eine adäquate Immunantwort von Rindern auf eine Salmonellenimpfung mit MurivacÒ unter Klinikbedingungen bzw. Krankheitstreß möglich ist. Diese Immunantwort, d.h. die Höhe der Salmonellenantikörpertiter, ist mit der von gesunden Rindern zu vergleichen. Es besteht daher kein Unterschied in der Immunkompetenz infolge einer Salmonellenimpfung zwischen gesunden und kranken Rindern.