Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zum Einfluss des Säure-Base-Status auf die Häufigkeit von Klauenerkrankungen bei Milchkühen (2004)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Loof-Siercks, Wiebke
    Quelle
    Berlin, 2004 — IX, 116 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001379
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62261 Fax.+49 30 838 62512
    email:klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Im Rahmen einer Verlaufsuntersuchung wurden ein Jahr lang acht verschiedene Milchkuhherden beobachtet. Betreffende Betriebe wurden in jeweils ca. vierwöchigem Abstand besucht, wobei als Probanden lahme (Grad III und höher), trockenstehende (ab vier Wochen a.p.) sowie frischgekalbte (bis vier Wochen p.p.) Kühe ausgewählt wurden. Von sämtlichen Probanden wurden Pansensaft-, Harn- und Blutproben genommen sowie betreffende Milchdaten betrachtet. Die Proben wurden auf ihren Säurestatus bzw. auf damit in Verbindung stehende Parameter untersucht, um eine akute bzw. chronisch-latente Pansenazidose als Ursache der Klauenproblematik nachzuweisen. Zusätzlich wurden weitere Stoffwechselparameter, Elektrolyte, Mineralstoffe und das Vitamin B12 berücksichtigt. Zudem wurden die Regelmäßigkeit der Klauenpflege, die Handhabung von Pufferzugaben zur Futterration, die Anzahl bereits geleisteter Laktationen der einzelnen Probanden, die Tage ante bzw. post partum zum Zeitpunkt der Probenentnahme und die Abgangsdaten der im Verlauf der zwölf Monate lahmgehenden Tiere über den Zeitraum der Probenentnahme hinaus festgehalten. Die Lahmheitsinzidenz lag bei 36,5%. Die Klauensohlengeschwüre dominierten mit einem Prozentsatz von 46,9, gefolgt vom Klauenabszess (26,5%) und der Klauenrehe (12,2%). Kühe mit einmal pro Jahr gepflegten Klauen wiesen eine nur geringfügig niedere Lahmheitsinzidenz auf als nicht routinemäßig klauengepflegte Tiere. In den acht untersuchten Betrieben konnte keine Korrelation zwischen der eventuellen Einflussgrösse �Pufferzugabe zum Futter' und einer im weiteren Verlauf der Laktation auftretenden Lahmheit festgestellt werden. Die Lahmheitsinzidenz korrelierte signifikant mit steigendem Alter der Milchkühe. Mehr als 40% der lahmen Kühe verließen die Herde innerhalb der ersten zwölf Monate nach Feststellung der Lahmheit, über 20% bereits innerhalb der ersten sechs Monate. Bezüglich der Pansensaft-pH-Werte ist weder bei den trockenstehenden noch bei den frischgekalbten und im weiteren Verlauf lahmen Kühen eine statistische Auffälligkeit zu verzeichnen gewesen. Ebenso verhielt es sich für die Kühe, die speziell ein Klauensohlengeschwür entwickelten. Nach Auswertung der Harnparameter der trockenstehenden Kühe in Verbindung mit einer später auftretenden Lahmheit ergaben sich keine Signifikanzen. Die Milchparameter verblieben statistisch unauffällig. Bezüglich der blutchemischen Parameter fielen sowohl für die frischgekalbten Kühe, die im weiteren Verlauf der Laktation eine Lahmheit entwickelten, als auch für die Kühe ,die speziell ein Klauensohlengeschwür entwickelten, Signifikanzen im Bereich der ß-Hydroxybuttersäure in Form einer Erhöhung der Werte auf (p=0,007 bzw. p=0,000). Die Faktoren, die für die untersuchten Betriebe offensichtlich eine wichtige Rolle spielen und zu optimieren sind, sind eine routinemäßig professionelle Klauenpflege und eine verbesserte Anpassung des Energiehaushaltes der einzelnen Milchkühe an die peripartale Phase. Außerdem sind die Haltungsbedingungen bezüglich des Kuhkomforts zu überdenken. Dies gilt auch im besonderen Maße für die Nachzucht der Herde.