Fachbereich Veterinärmedizin


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    Ein Beitrag zur Geschichte der Veterinärmedizinischen Fakultät in Berlin (Mitte) unter besonderer Berücksichtigung der hochschulpolitischen Situation von der Nachkriegszeit 1945 bis in die 80er Jahre (2004)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Stockmann, Ines
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2004 — 126, [43] Seiten
    ISBN: 3-89820-698-X
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001989
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    Klinik für Klauentiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Nachkriegsgeschichte der Veterinärmedizinischen Fakultät der Humboldt-Universität unter der Berücksichtigung der kommunistischen Indoktrination, deren Ziel u.a. die sogenannte sozialistische Studentenpersönlichkeit war. Der Einfluß auf die Landwirtschaft, das Staatliche Veterinärwesen, das Hochschulwesen und die Gesamtuniversität werden besonders betrachtet. Die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus der Veterinärmedizinischen Fakultät mit den Besonderheiten in der Sektorenstadt Berlin finden Berücksichtigung. Schon zu Beginn des ersten Nachkriegsjahrzehnts zeichnen sich Differenzen zwischen desn Fakultätsangehörigen zu den aktuell politischen, von staatlicher Seite vertretenen Meinungen ab. Dieses wurde in den Wahlergebnissen zum Studentenrat der Fakultät besonders deutlich. Der Versuch der DDR-Hochschulpolitik, das Studium der Veterinärmedizin in der neu gegründeten DDR als Schauplatz politischen Kräftemessens zu instrumentalisieren, schlug fehl. Eine Notgemeinschaft der Veterinärmediziner in Westberlin wurde gegründet aus der später die Veterinärmedizinische Fakultät bzw. der Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität hervorgingen. Doch die Mehrheit der Fakultätsangehörigen ertrug den politischen und moralischen Druck des sozialistischen Bildungs- und Staatswesens in der ehemaligen DDR und blieb an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Humboldt-Universität. Eine wichtige Persönlichkeit insbesondere in Verbindung mit dem Kampf gegen kommunistische Einmischung und seiner solidarität mit den Studenten war der Direktor der Medizinischen Tierklinik und Dekan (1955-57) der Veterinärmedizinischen Fakultät Prof. G. Schützler. Hervorgehoben sei auch das Wirken von Prof. J. Dobberstein in der Nachkriegszeit. Er zeichnet sich bis zu seinem Tode durch eine andauernde feste Bindung an die Veterinärmedizinische Fakultät der Humboldt-Universität aus. Eine tiefgreifende Umstrukturierung erfolgte im Bildungswesen der ehemaligen DDR durch die dritte Hochshulreform 1968. Danach entstand die Sektion Tierproduktion und Veterinärmedizin (TPV) an der Humboldt-Universität, die Diplomveterinärmediziner zusammen mit Diplomagraringenieuren für Tierproduktion und Fischproduktion ausbildete. Folge dieser Reform war die Schließung der Poliklinik für kleine Haustiere 1969, die dann erst nach 15 Jahren als Abteilung an der Medizinischen Tierklinik wieder auflebte. In den 70er und 80er Jahren wurde die sogenannte führende Rolle der SED auf allen Gebieten der Gesellschaft in der ehemaligen DDR angestrebt. Insbesondere im Bildungswesen relativierten bestimmte Agitationsphrasen Lehrinhalte. Auch Studenten der Veterinärmedizin blieben davon nicht verschont. Die Realität deckte aber immer unüberwindbarere Widersprüche auf und führte auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens der DDR über die "Gorbatschow-Ära" zur politischen Wende. Die Veterinärmediziner in Berlin-Mitte gründeten nach der politschen Wende in der DDR erneut eine eigenständige Fakultät.