Fachbereich Veterinärmedizin


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    Die Kolik des Pferdes - ein Beitrag zur Geschichte der Haustierkrankheiten (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Anders, Knut
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2005 — 105 Seiten
    ISBN: 3-89820-898-2
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001874
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    In der vorliegenden Arbeit wird das Wissen um die Kolik des Pferdes von ersten schriftlichen Überlieferungen der Antike bis in die Gegenwart dargestellt. Dafür hat sich die Einteilung in zeitgeschichtliche Etappen bewährt, denn es lassen sich in der Geschichte von Human- und Veterinärmedizin vier große Epochen voneinander abgrenzen: die Antike als Ära der rational-empirischen Tierheilkunde, das Mittelalter als metaphysische Ära, die Neuere Zeit bis zum 19. Jh. als Beginn der wissenschaftlichen Betrachtungsweise und die Gegenwart als Ära des ätiologischen Konzepts und Bewusstseins. Zum besseren Verständnis werden die wesentlichen politisch-territorialen, wissenschaftlichen und kulturellen Strömungen der einzelnen Zeitabschnitte kurz geschildert. Bezüglich der Kolik des Pferdes wird auf die jeweils vorhandenen Kenntnisse, die Ursachen und die verschiedenen einzelnen Grunderkrankungen sowie die dem Wissensstand entsprechenden Therapien eingegangen.

    Hierbei zeichnen sich in der Antike erste Ansätze zu einer Unterscheidung unterschiedlicher Kolikformen und einer empirisch geprägten Therapie ab. Im Mittelalter kam es unter dem Einfluss von Völkerwanderungen, Städtebildung und Glaubenskriegen zu einer Stagnation des Erkenntnisstandes, aber – besonders seit der Erfindung des Buchdrucks – auch zu einer Verbreitung des zeitgenössischen Wissens in Form der Rossarzneibücher. Die Therapie und Prophylaxe von Krankheiten unterlag weitgehend abergläubischen Vorstellungen. Erst mit Beginn der sog. Stallmeisterzeit hielt wieder rational-empirisches Denken Einzug in die Tiermedizin.

    Im Kapitel über die Neuere Zeit wird auf der Basis der politisch-territorialen Entwicklung der Beginn der wissenschaftlichen Betrachtungsweise in der Medizin erklärt. Fortschritte der Humanmedizin, wie die Entdeckung des Blutkreislaufs und der Beginn der histologischen Forschung seit Erfindung des Mikroskops, vertiefen die medizinischen Kenntnisse, verdeutlichen aber auch einen erheblichen Rückstand der Tierheilkunde, die bis dato meist von spezialisierten Laien ausgeübt wurde.

    Erst nach Errichtung der ersten Tierarzneischulen ab Ende des 18. Jh. entwickelte sich ein tierärztlicher Berufsstand, der ätiologische Konzepte für Erkrankungen unserer Haustiere erforschte.

    Die industrielle Revolution und die zunehmende Technisierung mit einer Fülle neuartiger Kommunikationsmittel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu einem sprunghaften Erkenntniszuwachs in allen Wissenschaftsbereichen, auch in den medizinischen Disziplinen.

    Auf dem Gebiet der Kolik wurden die auslösenden Grunderkrankungen systematisch dargestellt und Konzepte zu einer planvollen Vorgehensweise bei der Therapie entwickelt. Die Einführung der Narkose und Aseptik/Antiseptik ermöglichten schließlich auch eine chirurgische Behandlung von Kolikern.

    Abschließend wird ein Überblick über den heutigen Kenntnisstand der Kolikätiologie des Pferdes sowie die konservative und operative Therapie gegeben.