Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchung von Beziehungen zwischen Indikatoren der Energiebilanz und dem Wiederbeginn der zyklischen Ovarfunktion bei Hochleistungskühen post partum (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Göllnitz, Sylvia
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — 144 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-401-4
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_4441
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    Klinik für Klauentiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung von Beziehungen zwischen Indikatoren der Energiebilanz und Fortpflanzungsfunktionen von Hochleistungsmilchkühen post partum, wobei besonderes Augenmerk auf den Wiederbeginn der zyklischen Ovarfunktion in den ersten 100 Tagen nach der Abkalbung gelegt wurde.

    Die Untersuchungen wurden an 361 Hochleistungsmilchkühen der Rasse Deutsche Holstein, Farbrichtung schwarzbunt, über den Zeitraum von einem Jahr durchgeführt. Die durchschnittliche 305-Tage-Leistung betrug 10091 kg.

    Als Indikatoren der Energiebilanz wurden die Körpermasse, der BCS und die Rückenfettdicke gewählt. Zusätzlich wurden Eiweiß-, Fett- und Harnstoffkonzentrationen in der Milch bestimmt.

    Die Fortpflanzungsleistung der Tiere wurde anhand von Brunstdaten, Milchprogesteronkonzentrationen und den Fruchtbarkeitskennzahlen Rastzeit, Zwischentragezeit, Verzögerungszeit, Trächtigkeitsrate aus Erstbesamung und Besamungsindex erfasst. Um eine mögliche Beziehung von Leptin zur Energiebilanz und dem Wiedereinsetzen des Ovarzyklus nach der Abkalbung darzustellen, wurde die Leptinkonzentration im Blutplasma von 24 ausgewählten Tieren bestimmt.

    Der Milchfettgehalt der ersten Milchleistungskontrolle lag durchschnittlich bei 4,8 % und der Eiweißgehalt der 100-Tage-Leistung betrug 3,2 %. Der FEQ lag zu Laktationsbeginn bei 1,5. Die Rückenfettdickewerte der Tiere der Herde lagen deutlich unterhalb der Referenzkurve von STAUFENBIEL und SCHRÖDER (2004).

    Die Ergebnisse der visuellen Brunstfeststellung stimmten in 38,4 % der Fälle mit den Ergebnissen der Milchprogesteronbestimmung überein. Mit Hilfe der Progesteronanalytik wurden deutlich mehr ovarielle Zyklen erfasst als mit der visuellen Brunstfeststellung. Bei 17,7 % der Versuchstiere wurde nach mehr als 50 Tagen post partum ein erster Progesteronanstieg festgestellt. Nur bei 51,2 % der Versuchstiere erfolgte jedoch ein Progesteronanstieg vor dem 45. Tag p.p., auf den auch regelmäßige Zyklen folgten. Alle anderen Tiere zeigten Störungen des Ovarzyklus. Tiere mit einem vergleichsweise hohen Milcheiweißgehalt der 100-Tage-Leistung zeigten einen früheren Wiederbeginn der zyklischen Ovarfunktion bei weniger Störungen des Zyklus’ als Tiere mit einem niedrigen Eiweißgehalt. Bei Kühen mit Milchleistungen > 12000 kg waren häufiger Störungen der zyklischen Ovarfunktion und ein verzögerter Wiederbeginn des Ovarzyklus post partum zu beobachten als bei Tieren mit Milchleistungen < 8000 kg.

    In der vorliegenden Arbeit konnte ein Zusammenhang zwischen Indikatoren der Energiebilanz und dem Intervall von der Abkalbung bis zur ersten Ovaraktivität beobachtet werden. Tiere mit einer Rückenfettdicke, die sich im Laktationsverlauf im Optimalbereich befand, zeigten nur selten einen verzögerten Beginn der zyklischen Ovarfunktion p.p. oder Störungen des Ovarzyklus. Der Anteil der Tiere mit RFD-Werten im Optimalbereich betrug 40,7 %. Der größte Teil der anderen Tiere war unterkonditioniert.

    In der vorliegenden Studie konnte keine Abhängigkeit der Leptinkonzentration von der Entwicklung der Rückenfettdicke im Zeitraum vom 20. bis zum 100. Tag post partum beobachtet werden. Es wurde auch kein Einfluss der Leptinkonzentration in dem oben genannten Zeitraum auf den Wiederbeginn des Ovarzyklus post partum gefunden.