Fachbereich Veterinärmedizin


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    Nachweis und Charakterisierung von Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC) bei Tauben (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Großmann, Katja Maria
    Quelle
    — 113 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000749
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 83 8-518 40/518 43 Fax.+49 30 838 45 18 51
    email:mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    366 Sammelkotproben von Tauben aus drei unterschiedlichen Habitaten (Brief-, Rasse- und Stadttauben) wurden auf das Vorhandensein von STEC untersucht. Die Proben wurden bis auf drei an Diarrhoe erkrankten Tiere von gesunden Beständen/Einzeltieren gewonnen, die zu Routineuntersuchungen auf Salmonella spp. und verschiedene Parasiten in das Veterinä-runtersuchungslabor eingeschickt wurden. Zunächst wurde ein Screening auf Shigatoxin (stx-Gen) mittels Polymerase-Kettenreaktion und DNA-DNA-Hybridisierung durchgeführt. Dabei wurden bereits Shigatoxin 1 und Shigatoxin 2 und deren Varianten unterschieden. Bei einem Teil der Proben, die im Screeningverfahren stx Gene aufwiesen, wurde anschließend mittels verschiedener Blotverfahren STEC isoliert. Die STEC wurden biochemische differen-ziert und auf die Virulenzfaktoren eae ýGen und hlyEHEC ýGen hin untersucht.
    Insgesamt konnte aus 67% der untersuchten Kotproben ein oder mehrere stx nachgewiesen werden. Die Prävalenzen verteilen sich innerhalb der drei Herkünfte sehr unterschiedlich. Brief ý und Rassetauben, die beide engen Kontakt zu Menschen besitzen, wiesen folgende Verteilung auf: Rassetauben: 15,1% stx1, 27,1% stx2 und 25,6% stx2f, Brieftauben: 45,6% stx1, 3,2% stx2 und 33,2% stx2f. Die Stadttauben zeigten eine andere Verteilung der Shiga-toxine, so konnte stx1 in 2%, stx2 in 16% und stx2f in 76% der Proben nachgewiesen wer-den.
    Von den 27 isolierten STEC, die aus 13 Sammelkotproben stammten, beherbergten 21 stx2f und sechs stx1. Der Adhäsionsfaktor Intimin (eae-Gen) war bei 66 % der stx1 positiven und 90,5% der stx2f positiven STEC vorhanden. Das hlyEHEC-Gen, das für den Virulenzfaktor EHEC-Hämolysin codiert, konnte nur bei einem stx1 positiven STEC nachgewiesen werden. Aus drei klinisch kranken Tauben, von denen Einzelkotproben gewonnen wurde, konnten jeweils ein STEC, der das stx1-Gen trug, isoliert werden. Zwei dieser STEC waren zusätzlich Träger des eae-Gens.
    Sowohl die hohe Prävalenz der stx-Gene, als auch das Vorhandensein von weiteren Viru-lenzfaktoren lässt auf Gefährdung des Menschen durch STEC tragende Tauben schließen. Die Toxizität des Stx2f ist noch nicht erforscht, so dass eine exakte Risikoabschätzung durch stx2f-tragenden STEC der Taube noch nicht möglich ist. Interessanterweise ist die Prävalenz von stx1 und stx2 bei Brief- und Rassetauben wesentlicher höher als bei Stadttauben, die zu 60% stx2f vorweisen, welches bis jetzt noch nicht humanen STEC isoliert werden konnte. Deshalb muss die Gefährdung des Menschen durch Tauben im Hinblick auf das Habitat der jeweiligen Gruppe beurteilt werden.
    Aviäre Erkrankungen durch STEC sind aufgrund der vorgelegten Daten nicht mehr auszu-schließen.