Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Bestimmung der Azotämie mit diagnostisch validen Grenzwerten (Cut off) des Serumkreatiningehaltes bei Hund und Katze (2006)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Mohr, S
    Thüre, S
    Hartmann, H
    Kongress
    InnLab 2006, 14. Jahrestagung der Fachgruppe
    München, 13. – 14.05.2006
    Quelle
    Verweise
    URL (Volltext): http://library.vetmed.fu-berlin.de/resources/fu-intern/contents/DVG/Inn_Lab/2006/Vortraege/Mohr, langfassssung.pdf
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62600 Fax.+49 30 838-62610
    email:physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Mit Feststellung der Azotämie ist der klinische Nachweis einer renalen Malfunktion gegeben. Jedoch existieren für Kleintiere sehr unterschiedliche Angaben darüber, welche erhöhte Serumkreatininkonzentration als Grenzwert für das Vorliegen der Azotämie anzuwenden ist.
    In die Untersuchungen bezogen wir n=300 Hunde und n=191 Katzen aus tierärztlichen Praxen von vier europäischen Ländern ein. Bei allen Tieren wurde mit einem renalen Funktionstest die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) quantitativ bestimmt. Mit Hilfe der Receiver Operating Characteristic(ROC)-Analyse ermittelten wir diagnos-tisch begründete Grenzwerte des Serumkreatiningehaltes für definierte Azotämien.
    Bei Hunden empfehlen wir zur Diagnose der Azotämie als untere Grenze die Se-rumkreatininkonzentration von 144 µmol/l. Eine solche Azotämie reflektiert die Ver-minderung der GFR auf <40 % der Norm. Die Qualität dieser diagnostischen Aussa-ge ist mit der Sensitivität von 89 % und der Spezifität von 97 % gegeben.
    Bei Katzen sollte zur Diagnose der Azotämie als Grenzwert die Serumkreatininkon-zentration von 163 µmol/l herangezogen werden. Eine so diagnostizierte Azotämie signalisiert die Verminderung der GFR auf <40 % der Norm. Dabei beträgt die durch-schnittliche diagnostische Sensitivität 97 % und die Spezifität 74 %.
    Zusammenfassend wird deutlich, dass die relativ zuverlässige Diagnostik der Azotä-mie erst nach Verminderung der Ultrafiltrationsleistung in den Nieren auf mindestens 40 % der Norm gelingt. Für die wichtige Frühdiagnostik einer renalen Malfunktion muss der renale Funktionstest mit quantitativer Bestimmung der GFR herangezogen werden.