Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Die Anwendung des Fixateur externe bei Hund und Katze - eine retrospektive Studie (1996 - 1999) (2004)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Passavant, Natalie
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2004 — VI, 138 Seiten
    ISBN: 3-89820-762-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001987
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In den Jahren 1996-1999 wurden insgesamt 48 Hunde und 70 Katzen in der Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin mit einem Fixateur externe versorgt. Acht der Katzen erhielten an je zwei Gliedmaßenabschnitten einen Fixateur externe. Am Humerus wurde der Fixateur externe 6 mal (Hund n=2, Katze n=4) eingesetzt. Bei 3/6 Fällen erfolgte eine vollständige Funktionswiederherstellung, in 3/6 Fällen fiel eine Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenkes auf. Bei der Versorgung von Radius und Ulna konnte ein Fall von 10 nicht beurteilt werden (Hund n=9, Katze n=1). Bei 8/9 Radius/Ulnafrakturen kam es zu einer vollständigen Abheilung mit Funktionswiederherstellung, in 1/9 Fällen bestand eine ggr. Lahmheit nach langer Belastung. Am Os femoris wurden 10 von 12 Fällen (Hund n= 3, Katzen=9) bewertet. Bis auf eine Katze mit ggr. Lahmheit wiesen alle anderen Patienten eine Frakturheilung mit vollständigerFunktionswiederherstellung auf. Bei den Tibiafrakturen lag von insgesamt 40 Patienten (Hund n= 9, Katze n=31) bei 35 ein Endergebnis vor. In 5/35 Fällen war das Ergebnis nur befriedigend: Eine Katze mit 2 externen Schienen zeigte ein eingeschränktes Sprungvermögen, bei 2 Tieren kam es zu einer ggr. Lahmheit nach langer Belastung und bei einer Katze zu einer Pseudarthrosenbildung ohne funktionelle Relevanz für das Tier. Eine Katze wurde nach Refraktur euthanasiert (1/35). 29/35 Tibiafrakturen heilten mit vollständiger Funktionswiederherstellung ab. Die Versorgung eines instabilen Carpalgelenks (Hund n=1) blieb erfolglos. Fällen wiesen nur eine befriedigende Funktionswiederherstellung auf, bei 5 Fällen kam es zu einer Ankylosierung mit und ohne Arthrosenbildung, in 3 Fällen zu einer ggr. Lahmheit nach langer Belastung, in einem Fall zu einer stetigen Lahmheit und bei einer Katze mit zwei externen Schienen zu einem eingeschränkten Sprungvermögen. In 28/39 konnte eine vollständige Funktionswiederherstellung erreicht werden. Bei den Kniegelenken wurden 6 von 7 Läsionen (Hund n=5, Katze n=2) bewertet. Bis auf einen Fall mit permanent bestehen bleibender Lahmheit konnte die Funktion vollständig wiederhergestellt werden. Von vier Läsionen der Metatarsalia/-caparlia (Hund n=3, Katze n=1) heilten zwei Metatarsaliafrakturen ab, bedurften aber einer Umfixierung und einer Amputation einer nichtheilenden Phalange. Zwei Verletzungen blieben ohne Beurteilung. An der Mandibula wurde der Fixateur externe 3 mal (Hund n=2, Katze n=1) verwendet. Mit Ausnahme eines Patienten, der vor Therapieende verstarb, heilten die Frakturen bei nur unvollständiger Funktionswiederherstellung ab. In der Studie führte die Verwendung eines Fixateur externe bis zu annähernd 80% der bewerteten Fälle bei einfachen Verletzungen sowie offenen Frakturen und/oder Trümmerfrakturen zu einem optimalen Endergebnis mit vollständiger Funktionswiederherstellung. Die Rate von gravierenden Komplikationen war gering, die in der Literatur angegebenen Liegezeiten konnten z. T. deutlich unterschritten werden. Der Fixateur externe ist eine optimale Stabilisierungsmethode, wenn er korrekt angelegt und die Indikationsstellung beachtet wird. Die Apparatur ist kostensparend und damit auch bei einfachen Läsionen eine Alternative zu einer internen Fixierung.