Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Myeloperoxidase-Aktivität im Serum und in der Synovia bei Hunden mit Osteoarthritis – Eine prospektive Studie (2004)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Spellmeyer, Kirsten
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2004 — 142 Seiten
    ISBN: 3-89820-684-X
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001238
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Osteoarthritis (OA) ist eine chronische primär nicht entzündliche Gelenkerkrankung mit multifaktorieller Ätiologie. OA ist die Folge von abnormen Streß auf einen gesunden Gelenkknorpel, z.B. nach Trauma, Luxation, Fraktur, oder Folge einer physiologischen Krafteinwirkung auf ein abnormales Gelenk, z.B. bei Hüftdysplasie (HD), Osteochondrosis dissecans (OCD), fragmentiertem Processus Coronoideus (FPC) oder isoliertem Processus anconaeus (IPA). Sekundäre entzündliche Reaktionen folgen und erklären so die Bezeichnung OA. Untersucht wurde, ob die Myeloperoxidase (MPO)-Aktivität mit dem Grad der osteoarthritischen Veränderungen und der Ausprägung klinischer Symptome korreliert. Zusätzlich wurde die MPO-Aktivität in Synovia und Serum bestimmt. Synovia- und Serumproben wurden von 137 an OA erkrankten Hunden gewonnen und ausgewertet. Die Hunde wurden in Patienten mit OCD/Schultergelenk (n = 12), OCD/Ellenbogengelenk (n = 10), FPC (n = 37), IPA (n = 3), HD (n = 13), Kreuzbandruptur (KBR/Lahmheitsdauer < 5 Tage, n = 23), KBR/Lahmheitsdauer > 5 Tage (n = 21), Patellaluxation (n = 5) sowie Kontrolltiere (n = 11) gruppiert. Bei den Kontrolltieren konnten klinisch und röntgenologisch keine Hinweise einer orthopädischen Funktionsstörung oder Zeichen einer OA gefunden werden. Untersucht wurden das klinische Allgemeinbefinden, die Lahmheitsdauer, speziell der Bewegungsapparat und röntgenologisch die erkrankten Gelenke. Die gewonnene Synovia wurde makroskopisch beurteilt, die Zahl kernhaltiger Zellen ermittelt und differenziert. Eiweißgehalt, spezifisches Gewicht, Viskosität und MPO-Aktivität wurden bestimmt. Im zeitgleich abgenommenem Serum wurde ebenfalls die MPO-Aktivität gemessen. Die MPO-Werte wurde mittels eines O-Dianisidine-Assays in einer photometrischen Aktivitätsmessung bestimmt. Sowohl klinische, als auch röntgenologische und operative Befunde wurden je nach Schweregrad in die Grade 0 (osteoarthritisfrei) bis 3 (hochgradige OA) eingeteilt. Makroskopisch war die Synovia bei Patienten leicht eingetrübt und von geringgradig verminderter Viskosität. Die Zellzahl schwankte zwischen 250 - 4325/μl (Median: 1380/μ?l), der Anteil mononukleärer Zellen betrug 95 - 99 %. Der Proteingehalt lag zwischen 2,0 - 4,8 g/dl (Median: 3,4 g/dl). Die Synovia-MPO-Aktivität bei Patienten variierte zwischen 0,23 - 2,88 μU/200μl, die Mediane lagen zwischen 0,74 μU/200μl bis 1,49 μU/200μl. Ein signifikanter Unterschied der MPO-Aktivität in Synovia von Patienten krankheitskorreliert wurde nicht entdeckt. Kontrolltiere wiesen Synovia-MPO-Werte von 0,02 - 0,23 μU/200 μl bei einem Median von 0,05 μU/200μl auf. Somit bestand in der Synovia von Patienten im Vergleich zu den Kontrolltieren eine signifikant hohe MPO-Aktivität. Die Werte waren 15 bis 30 fach höher als die der Kontrolltiere. Im Serum lagen MPO-Aktivitiäten bei Patienten zwischen 0,88 - 2,26 μU/200μl und bei Kontrolltieren zwischen 0,70 - 1,62 μU/200μl. Eine Korrelation zwischen Synovia-MPO-Aktivität und der im Serum wurde nicht entdeckt. Die Synovia-MPO-Aktivität korreliert mit einem Synovia-Viskositätsverlust. Ursache ist die Zerstörung von Hyaluronsäure durch Oxidationsprodukte der MPO. Bei erhöhten Zellzahlen in der Synovia wurden auch höhere MPO-Werte gemessen, da die MPO in der Granula von neutrophilen Granulozyten und Monozyten gespeichert und Ausdruck ihrer Sekretionsaktivität ist. Eine Korrelation zwischen röntgenologischen sowie intraoperativen makroskopischen Befunden und MPO-Aktivität bei Patienten bestand nicht. Ermittelt wurde ein Zusammenhang zwischen klinischem Erscheinungsbild und Synovia-MPO-Aktivität. Patienten mit klinischem OA Befund Grad 3 hatten eine deutlich höhere Synovia-MPO-Aktivität. Die Synovia-MPO-Aktivität kann als Gradmesser der klinischen Erscheinungsbilder, wie Schmerzhaftigkeit und Funktionsstörung angesehen werden.