Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Bedeutung der Stewart-Variablen für die Flüssigkeitstherapie beim Hund (2009)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Siegling-Vlitakis, Christiane
    Kohn, Barbara
    Hartmann, H
    Kongress
    17. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik (InnLab) der DVG 31. Januar/1. Februar 2009 in Berlin
    Berlin, 31.01. – 01.02.2009
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 37(1, A6) — S. A5
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Nichtrespiratorische (=metabolische) Störungen des Säuren-Basen-Status (SBS) können mit den Stewart-Variablen Serum-[strong ion difference=SID] und Serum-[acid total=A-] differenziert beurteilt werden. Die Berechnung der Parameter geschieht beim Hund wie folgt: Serum-[SID4]mmol/l = ([Na+]mmol/l + [K+]mmol/l) - ([Cl-]mmol/l + [Lac-]mmol/l) und Serum-[A-]mmol/l = [Albumin]g/l x (0,123pH-0,631) + [Panorg.]mmol/l x (0,309pH-0,469). Im Unterschied zu den bekannten Henderson-Hasselbalch-Parametern, wie [HCO3-] und [base excess=BE], berücksichtigen die Stewart-Variablen diagnostisch vorteilhaft die für den SBS des Körpers wichtigen Elektrolyt- und Eiweißkonzentrationen.
    Zur Bewertung der Stewart-Variablen wurden von n=58 gesunden Hunden biostatistisch gesicherte Normwerte ermittelt. Anhand der Stewart-Variablen kann ein resultierender pH kalkuliert und - als Kontrolle - mit dem im gleichen Substrat gemessenen Blut-pH verglichen werden. Zur praktikablen Berechnung der Stewart-Variablen wurde ein tierartspezifischer SBS-Kalkulator erstellt: http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/institute/we02/Arbeitsgruppen/
    Pathophysiologie/Funktionsdiagnostischer_Service/Diagnostischer_Service_
    SBS.html.
    Im Rahmen eines Fallbeispiels werden die [SID4] und [A-] der Infusionslösungen mit denen des Blutes eines Patienten verglichen und die Auswahl von geeigneten Korrekturlösungen bei der Flüssigkeitstherapie vorgestellt.
    Fallbeispiel: 6-jähriger Mischlingsrüde, 25kg, Diagnose: Gastroenteritis,
    Flüssigkeitstherapie: etwa 2.600ml Sterofundin® angereichert mit 24ml Kalium-L-Malat (SID4=+7,6mmol/l, A-=0mmol/l)-innerhalb von 36 Std.

    SBS-Diagnose vor Infusion: hyperphosphatämische und hyperlaktämische Azidämie mit angedeuteter respiratorischer Kompensation sowie nach Infusion: trotz Absenkens von Serum-[SID4] sind alle Stewart-Variablen im Normbereich.
    Für die Korrektur eines pathologischen SBS ermöglichen die Werte von SID und A- der Infusionslösungen eine Vorhersage bezüglich Wirksamkeit der Lösung auf den SBS des Patienten.