Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Die Ellbogengelenkdysplasie beim Golden Retriever - ein Vergleich von zwei computergestützten Messverfahren (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Gronau, Franziska
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2007 — 135 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-360-4
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000003464
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Wachstums- und Entwicklungsstörungen des Ellbogengelenks sind eine häufige Lahmheitsursache der Schultergliedmaße des Hundes. Golden Retriever gehören zu den häufig davon betroffenen Rassen. In dieser Studie sind zwei computergestützte Messmethoden vergleichend evaluiert worden, um zu prüfen, ob eine besser geeignet ist, „erkrankte“ von „gesunden“ Gelenken zu unterscheiden und eine mögliche Prädisposition des Gelenkes für eine ED zu erkennen. Dazu sind Röntgenaufnahmen der Ellbogengelenke im mediolateralen Strahlengang von 216 Golden Retrievern mit den Messverfahren nach VIEHMANN (1998) und MUES (2001) untersucht worden. Rüden sind dabei häufiger von der Ellbogengelenksdysplasie betroffen als Hündinnen. Mit dem Verfahren nach VIEHMANN (1998) sind sieben Parameter gemessen worden. Dazu gehören drei Parameter zur Beschreibung der Form der Incisura trochlearis ulnae. Bei Hunden mit einem höheren ED-Grad kann eine zunehmend ellipsoide Form der Incisura trochlearis ulnae festgestellt werden. Weiterhin ist ein Parameter zur Bestimmung der Größe der Fläche des Condylus humeri, die von der Ulnaincisur umschlossen wird, bestimmt worden. Der Zusammenhang einer zunehmenden Kranialverlagerung des Condylus humeri mit steigendem Arthrosegrad kann nicht bestätigt werden. Jedoch nimmt die Fläche des Condylus humeri innerhalb der Incisura trochlearis ulnae mit zunehmendem Alter des Hundes ab. Anhand von zwei Parametern ist die Stufe zwischen Radiusplateau und Proc. coronoideus lateralis ulnae bestimmt worden. Die Stufenhöhe steht mit dem Arthrosegrad des Gelenkes in keiner Beziehung. Der Radius des Condylus humeri, der als Maß für die Größe des Gelenkes gilt, ist bei Rüden signifikant größer als bei Hündinnen. Er steht mit dem Arthrosegrad jedoch in keinem Zusammenhang. Ähnliche Ergebnisse sind auch bei der Bestimmung des Radius des Condylus humeri in der Methode nach MUES (2001) gefunden. Außerdem sind nach diesem Verfahren vier Winkel gemessen worden, die vom Mittelpunkt des Condylus humeri ausgehend, sich an markanten Knochenpunkten des Gelenkes orientieren. Von diesen Parametern zeigen die Messwerte des Winkels PA zwischen Proc. anconaeus und kranialer Kontur des Olekranons und des Winkels RA zwischen kaudalem und kranialem Punkt des Radiuskopfes im Median einen Anstieg mit zunehmendem Arthrosegrad. Beide orientieren sich an Bereichen im Gelenk, an denen schon früh eine Osteophytenbildung zu diagnostizieren ist. Sie eignen sich demnach, zunehmend sekundäre arthrotische Veränderungen im Gelenk zu charakterisieren. Sie beschreiben jedoch keine veränderte Ellbogenmorphologie, die eine Neigung des Gelenkes an einer ED zu erkranken bereits vor dem Eintreten arthrotischer Veränderungen erkennen lassen würde. Der Winkel UL der Messmethode nach MUES (2001) soll die Ausformung der Incisura trochlearis ulnae beschreiben. Für diesen Winkel kann kein eindeutiger Zusammenhang mit dem ED-Grad festgestellt werden. Im Gegensatz dazu beschreiben drei Parameter der Messmethode nach VIEHMANN (1998) die Form der Incisura trochlearis ulnae, die nachweislich mit stärkeren arthrotischen Veränderungen zunehmend ellipsoid wurde. Diese Form der Gelenksinkongruenz gilt als Ellbogengelenksdysplasiefaktor, deren Feststellung hilft, eine Prädisposition für eine Ellbogengelenksdysplasie frühzeitig zu erkennen.