Fachbereich Veterinärmedizin


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    Histopathologische Veränderungen an Gelenkkapsel und Gelenkknorpel bei caniner Osteoarthritis in Korrelation zum klinischen Erscheinungsbild (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Wondratschek, C.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — VII, 143 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-576-9
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000010572
    Kontakt
    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62450 Fax.+49 30 838 62522

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Osteoarthritis (OA) ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin. Es ist eine progrediente Erkrankung, die sich biomechanischen, umweltbedingten und genetischen Faktoren anpasst, so dass schon frühzeitig bei der Entstehung alle artikulären und periartikulären Gewebe mikroskopisch und makroskopisch verändert sind.

    Ziel dieser Dissertation ist es, Veränderungen an Gelenkkapsel und Gelenkknorpel in Korrelation zum klinischen und röntgenologischen Erscheinungsbild der OA zu setzen, um gegebenenfalls daraus gezielte therapeutische Ansätze zu schaffen. Zum einen sollen Angaben in der Literatur (Histopathologie und Klinik bzw. Histopathologie und bildgebende Diagnostik) bestätigt werden, bzw. erstmalig in dieser Kombination (Histopathologie, Klinik und bildgebende Diagnostik) vereint werden.

    Es wurden je 50 Gelenkkapsel- und Gelenkknorpelproben mit subchondralem Knochenanteil von Hunden, die aufgrund von Lahmheiten unterschiedlichen Grades vorgestellt wurden, histologisch untersucht. Zusätzlich wurden die Tiere allgemein und speziell orthopädisch untersucht und die Ergebnisse protokolliert. Erkrankte Gelenke wurden im Röntgengrundbilderpaar geröntgt, die Bilder ausgewertet und der Arthrosegrad bestimmt.

    Betroffen waren insbesondere Hunde großwüchsiger Rassen. 84% der Tiere wurden wegen einer Lahmheit der Hintergliedmaßen vorgestellt, 16% wiesen Probleme an den Vordergliedmaßen auf.
    Die Lahmheitsdauer der Tiere variierte stark und reichte von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren, 44 % der Tiere lahmten länger als 1 Monat. Röntgenologisch konnte bei einigen Tieren keine, bei anderen hochgradige Veränderungen festgestellt werden. Die Mehrzahl der Patienten wurden röntgenologisch dem Arthrosegrad 1 und 2 zugeordnet.
    Die Gelenkfüllung war bei Tieren mit Funktionsstörungen der Vordergliedmaßen im Mittel ausgeprägter als bei Tieren mit einer Hinterhandlahmheit. Der mittlere Lahmheitsgrad war bei Tieren mit Lahmheit der Hintergliedmaßen höher als bei Tieren mit einer Vorderhandlahmheit.

    Histopathologisch war bei der Hälfte der Schnitte die Gelenkkapsel mehrschichtig und bei fast allen Tieren bereits zottig verändert. Eine Lymphozyteninfiltration, insbesondere der T-Lymphozyten, konnte bei allen Tieren diagnostiziert werden. Bei einigen Tieren gab eine Ödembildung zusätzlichen Hinweis auf eine begleitende Entzündungsreaktion.
    Der Gelenkknorpel wies bei den meisten Tieren bereits oberflächliche Läsionen auf.
    20% der Tiere wurden mit NSAIDs vorbehandelt. Ein Unterschied zu nicht therapierten Tieren konnte nicht gefunden werden.

    Die Veränderungen an Gelenkkapsel und Gelenkknorpel variierten enorm und konnten nicht mit den klinischen und röntgenologischen Untersuchungsergebnissen korreliert werden. Hier werden hinsichtlich der Gelenkkapsel und auch des Gelenkknorpels frühere Literaturmitteilungen bestätigt.