Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchungen auf mögliche heterotope Ossifikationen und Bindegewebsreaktionen im Muskelgewebe nach lokaler Applikation von Wachstumsfaktoren (IGF-I, TGF-ß1 und BMP-2) auf Poly (D,L-Laktid)-beschichteten Implantaten am Schafsmodell (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Palasdies, Natalie
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — 102 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-455-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005473
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    Klinik für kleine Haustiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    Ziel meiner Studie war es zu prüfen, ob gegebenenfalls heterotope Ossifikationen und Bindegewebsreaktionen im Muskelgewebe durch die lokale Applikation der WFs (IGF-I, TGF-ß1, BMP-2) von PDLLA-beschichteten Titanimplantaten am Schafsmodell induziert werden. Zum Nachweis wurden Röntgen, Fluorochrommarkierung und Histologie eingesetzt. Im besonderen Maße sollte dabei das Einwachsverhalten der verschiedenen Wachstumsfaktorenbeschichtungen nach 12 Wochen untersucht werden, die in Vorarbeiten unterschiedliche Eigenschaften gezeigt haben.

    Bei den Auswertungen haben sich im besonderen überschiessende Bindegewebsreaktionen gezeigt, sowohl bei der TGF-ß1 und IGF-I gekoppelten Gruppe, als auch bei den BMP-2 beschichteten Präparaten. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die verwendeten Wachstumsfaktoren die Bindegewebsfaserbildung beeinflussen und anregen. BMP-2 nimmt bei gleicher Applikationsweise und anteilig gleicher Dosis jedoch einen größeren Einfluss auf die Regenerations- und Reparationskaskade des Organismus. Im Vergleich löst es eine erhöhte und intensivere Bindegewebskapselbildung aus.

    Diese Studie lässt den Schluss zu, dass die verwendete Dosis der eingesetzten Wachstumsfaktoren nicht ausreicht, eine Ossifikation im Weichteilgewebe auszulösen. Allerdings genügt die verabreichte Dosis dazu Bindegewebsreaktionen hervorzurufen.

    Ebenso hat sich gezeigt, dass heterotope Ossifikationen und Fremdkörperreaktionen in Form von Bindgewebskapselbildung carrierabhängig sind.
    Die Verwendung des Trägermaterials PDLLA führt in Kombination mit den WFs TGF-ß1, IGF-I oder BMP-2 nicht zu heterotopen Ossifikationen im Muskelgewebe, jedoch wird eine erhöhte Fremdkörperreaktion abhängig vom verwendeten WF forciert.

    Darüber hinaus wurde ebenfalls deutlich gemacht, dass die Wirkung der WFs vom Applikationsort abhängig ist. Die derartige lokale Applikation der WFs im Muskelgewebe lösst keine heterotope Ossifikation aus, so dass beim gezielten Einsatz dieser Applikationsform die WFs ihre positive Wirkung direkt am gewünschten Gewebe, dem frakturierten Knochen, entfalten können, ohne zusätzlich zu heterotope Ossifikationen im Weichteilgewebe zu führen.
    Allerdings verursacht diese Applikationsweise im Muskelgewebe eine erhöhte Bindegewebsbildung in Abhängigkeit vom verwendeten WF.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in dieser Untersuchung dargestellt werden konnte, dass die lokale Applikation der WFs von PDLLA beschichteten Titanimplantaten im Muskelgewebe keine heterotopen Ossifikationen auslösen, jedoch je nach verwendeteten Wachstumsfaktorenbeschichtungen unterschiedlich starke Fremdkörperreaktionen in Form einer erhöhten Bindegewebskapselbildung ausgelöst werden. Die lokalen Nebeneffekte dieser Applikationsweise bleiben somit auf die erhöhte Fremdkörperreaktion in Form einer Bindgewebskapselbildung beschränkt. Weitere lokale Nebeneffekte wurden nicht festgestellt.

    Insgesamt lässt sich aus dieser Untersuchung schließen, dass die lokale Applikationsweise der Wachstumsfaktoren von PDLLA-beschichteten Implantaten die Anforderungen eines optimalen Wirkstoffträgers zu erfüllen scheinen und somit für den klinischen Einsatz eine vielversprechende Anwendungsmöglichkeit darstellt.