Fachbereich Veterinärmedizin


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    Cauda-Equina-Kompressionssyndrom : Klinik, Röntgen, Myelographie und Magnetresonanztomographie (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Linzmann, Helge
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — [10], 209 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-432-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000004627
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    In dieser Studie wurden die klinischen, röntgenologischen, magnetresonanztomographischen und intraoperativen Befunde von Hunden mit „Cauda Equina Kompressionssyndrom“ (CEKS) korrelierend verglichen. In der ersten Patientengruppe waren 22 Tiere (23 bis 156 Monate alt) mit kompressionsbedingten lumbosakralen Schmerzen und neurologischen Defiziten. 50 Hunde (11 bis 151 Monate alt) der zweiten Patientengruppe waren neurologisch unauffällig und zeigten nur eine lumbosakrale Dolenz. Alle Tiere wurden klinisch, röntgenologisch und magnetresonanztomographisch untersucht. Ein Teil der Patienten (N=25) wurde operiert.
    Die Gruppeneinordnung der 72 Patienten war von Anamnese und klinischer Untersuchung bestimmt.
    Der lumbosakrale Bereich der Wirbelsäule wurde im laterolateralen Strahlengang geröntgt. Als Hauptbefunde konnten eine Endplattensklerose des 7. LW bei 84% und des Kreuzbeins bei 99%, eine Spondylosis deformans bei 50%, Spondylarthrosen bei 32% und eine intervertebrale Stufe bei nahezu 14% der Patienten aufgedeckt werden. Röntgenologisch unterschieden sich die beiden Patientengruppen nicht.
    Myelographiert wurden zwölf Patienten. Nur bei 50% der Patienten konnte damit eine Diagnose gestellt werden.
    Mit der MRT konnten physiologische und pathologische Befunde der Wirbel, des Rückenmarkes, des Epiduralfettgewebes, der Bandscheiben und des Bandapparates gut abgebildet werden.
    Die MRT- Befunde der Wirbelkörper bei den Patienten ohne neurologische Ausfallserscheinungen deckten sich mit denen der neurologisch auffälligen. Entsprechend konnte kein Zusammenhang zwischen Wirbelkörperveränderungen und neurologischen Ausfallserscheinungen abgeleitet werden.
    Die physiologischen und pathologischen MRT- Befunde von Myelon und Epiduralraum waren bei beiden Patientengruppen vergleichbar.
    In den transversalen MRT- Schnittbildern konnten runde, gewinkelte und gerade Zwischenwirbelgelenke festgestellt werden. Eine Korrelation zwischen der Wirbelgelenkform und den unterschiedlichen klinisch-neurologischen Befunden der Gruppen wurde nicht gefunden.
    Spondylarthrosen in Verbindung mit degenerierten Bandscheiben waren magnetresonanztomographisch bei beiden Patientengruppen zu diagnostizieren. Sie waren mehr als doppelt so häufig an geraden als an runden Wirbelgelenken festzustellen.
    Eine Foraminalstenose mit kompressiver Radikulopathie infolge von Osteophyten am Wirbelkörper, Bindegewebsproliferation der Gelenkfacetten, der Ligamenta, der Gelenkkapsel und lateralisierte Bandscheibenvorfälle ließen sich in der MRT gut diagnostizieren. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Gruppe waren symptomatische Patienten mit magnetresonanztomographisch sichtbarer Stenose der Intervertebralforamen.
    Bandscheibenherniationen im lumbosakralen Bereich der Wirbelsäule konnten in der MRT gut dargestellt werden. Insbesonders transversale MRT- Schnittbilder ermöglichten eine Unterscheidung in Bandscheibenprotrusion oder –extrusion und die Disci intervertebrales nach Degenerationsstadien zu differenzieren. In den Transversalschnitten der Wirbelsäule konnten Bandscheibenveränderungen gut identifiziert werden. Die Befunde der bildgebenden Diagnostik bei einer Bandscheibenherniation korrelierten gut mit dem intraoperativen Befund. Zwischen beiden Patientengruppen konnten, im Hinblick auf die MRT- Befunde bei einer Herniation der Bandscheiben, nicht festgestellt werden.
    Eine Kompression des Rückenmarkes ließ sich mit der MRT sicher finden. Lateralisierte Läsionen waren in den transversalen MRT- Schnittbildern am besten detektierbar. Eine Korrelation zwischen der Kompression des Rückenmarkes in der MRT und den Unterschieden der klinischen Befunde zwischen beiden Patientengruppen konnte nicht gefunden werden.
    Eine intervertebrale Stufenbildung und ein verengter Intervertebralspalt zwischen benachbarten Wirbeln konnten gleich sicher magnetresonanztomographisch wie auch röntgenologisch nachgewiesen werden. Hinsichtlich dieser Beurteilungskriterien unterschieden sich die Befunde der zwei Patientengruppen nicht. Für den Nachweis einer Spondylosis deformans war die MRT sensitiver als das Röntgen, da frühe Weichteilveränderungen in der Pathogenese der Erkrankung in der MRT gut sichtbar sind.

    Die MRT erwies sich als sehr gute diagnostische Methode, um pathologische Wirbelsäulenveränderungen festzustellen. Limitierend ist der statische Charakter der Methode, da an der Symptomentstehung wohl dynamische Bewegungsabläufe beteiligt sind, die damit aber nicht erfasst werden können. Bei jedem Patienten waren mehrere verschiedene Befunde zugleich zu erheben, die in Kombination die Symptomatik verursachen, sodass keine Monokausalität identifiziert werden konnte. Weitere pathophysiologische Mechanismen der Entstehung der Erkrankung sind zu vermuten. So sollten zusätzliche diagnostische Anstrengungen das Wissen um die Erkrankung mehren.