Fachbereich Veterinärmedizin


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    Die Bedeutung von IL-12 und IL-23 in der Immunantwort gegen Toxoplasma gondii (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Struck, D.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl., 2009 — 97 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-713-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000015593
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 83 8-518 40/518 43 Fax.+49 30 838 45 18 51
    email:mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Nach Infektion mit T. gondii kommt es zu einer protektive Immunantwort vom Th1-Typ, die durch die IL-12-vermittelte IFN--Produktion charakterisiert ist. Nach einer Hochdosis-Infektion entwickelt sich in empfänglichen Mäusen eine überschießende Th1-Immunantwort, die abhängig von IL-12 ist und der Immunpathologie des Morbus Crohn des Menschen gleicht. IL-12 besteht aus zwei Untereinheiten, p35 und p40, von denen p40 auch in dem kürzlich entdeckten IL-23 vorkommt.
    In der vorliegenden Arbeit wurde anhand von Mausmodellen protektiver und überschießender Infektionen mit T. gondii der Einfluß der unterschiedlichen IL-12-Untereinheiten und des IL-23 untersucht. Dazu wurden Mäuse mit einer genetischen Deletion verschiedener IL-12-Untereinheiten oral mit einer niedrigen Dosis T. gondii infiziert. Die Überlebensrate, Parasitenlast und das Zytokinmuster unterschied sich nicht signifikant zwischen den Mäusen mit genetischer Deletion der p35, p40 oder beider IL-12-Ketten. Im Vergleich zum Wildtyp, der zu 100% überlebte, starben alle IL-12-/- Mäuse zwischen Tag 10 und 15. Sie zeigten eine erhöhte Parasitenlast bei geringerer IFN--Sekretion sowie eine erhöhte TNF-- und Th2-Zytokinausschüttung. Im Gegensatz dazu kontrollierten Mäuse mit einer Defizienz des IL-18- oder IL-23-Gens die Infektion mit 10 Zysten entsprechend der Wildtypkontrolle. Die beiden IL-12-Untereinheiten p35 und p40 scheinen somit gleichsam essentiell für den Aufbau einer protektiven Immunantwort gegen T. gondii zu sein, während IL-18 und IL-23 für die Kontrolle des Parasitenwachstums und damit für den Aufbau einer protektiven Immunantwort entbehrlich sind. Weiterhin wurde die Rolle von IL-23 im Modell der überschießenden Immunantwort auf eine Infektion mit T. gondii, die sich als Dünndarmpathologie manifestiert, untersucht. Im Vergleich zu Wildtyp-Mäusen, die zu 100% verstarben, überlebten 75% der IL-23-/- Mäuse und wiesen keine Nekrosen im Dünndarm auf. Interessanterweise konnte die IL-17-Sekretion als erniedrigt nachgewiesen werden, während die IL-22-Expression im Darm von Wildtyp- nicht aber von IL-23-defizienten Mäusen erhöht war. Weiterführende Arbeiten werden zeigen müssen, ob sich nach einer 100 Zysten-Infektion eine IL-23-abhängige, aber IL-17-unabhängige Immunpathologie entwickelt und welche Rolle in diesem Zusammenhang die sogenannten Th17-Zellen und IL-22 spielen.
    Im letzten Teil der Arbeit wurde anhand von Knochenmarkschimären festgestellt, dass das für die Immunpathologie wichtige IL-18 von Knochenmarkszellen, nicht aber von Epithelzellen produziert wird. Somit sind vermutlich Makrophagen und/oder dendritische Zellen die Hauptquelle des IL-18. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit konnten somit wichtige Beiträge zur Kenntnis über protektive und schädigende Immunantworten gegen T. gondii erbringen.