Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchungen zur Ontogenie von Muellerius capillaris (Müller, 1889):
    mit einem Beitrag zur Epidemiologie der Protostrongylidose der Schafe (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Illies, Matthias
    Quelle
    Berlin: Freie Universität Berlin, 2002 — 111 Seiten
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

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    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62310 Fax.+49 30 838 62323
    email:parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    The presented thesis, after an evaluation of relevant literature, is dealing with two aspects of epidemiology of sheep protostrongylidosis. On the one hand factors, which were important for reconstruction of the live cycle of M. capillaris in the direction of a set up of a stable laboratory infestation, are examined. Deviations of parasitological and clinical parameters are discussed. On the other hand an analysis of spontaneous infection at land lung snails in a protostrongylidosis emergency area accompanied by faecal investigations of sheep grassing in that area was carried out. Inoculations during an exposition time of 24 hours were at the best for most possible results getting of about 50% as a maximum proportion of snails infested. In average about 500 La I per snail were applied. Under those circumstances adult striped C. hortensis were more susceptible then juvenile unstriped snails. By an oral application of two doses of 3000 inoculatable La III of M. capillaris each at the first and the tenth experimental day it was possible to achieve a patent Protostrongylus-infektion in a Mutton Merino sheep. The prepatent period demonstrable by excretion of 1st stage Larvae in faeces was 43 days. After a maximum increase of up to 1258 La I/5g faeces at 118th day larvae were present in faeces until the 207th experimental day. The excretion of Eimeria oocysts increased from about 40 up to 780 per gram faeces at day 7 after lung worm infection. The common state of health of the experimental sheep showed only few deviations. The respiratory frequency increased on the 40th and 48th day up to 120/min. Between the 40th and 130th experimental day slow coughing was detectable sporadically. In the differential blood cell count the part of eosinophil leukocytes of the experimental sheep reached a maximum of 7% compared to 3% in the control animal. The investigation of 10 snail species of the order Stylommatophora (in all 755 snails) collection in a well known Protostrogylidosis emergency area close the river bed of Oder (Alte Oder, Teltow-Kanal) near village Tornow (county Barnim) during a period of 10 month (October to July) showed an all-over-extensity of 9,8% with an intensity of 3,8 larvae of Protostrongylidae per snail. Larvae were found only in A. arbustorum, C. hortensis, C. nemoralis and Fr. fruticum in low numbers or rather extensity and intensity dropped up to zero at the end of the observation time. Contrary to experimental invasions there were only few differences in extensity and intensity between adult and juvenile spontaneously infected snail. Faecal investigations of 8 to 12% of the sheep of a herd grassing permanently in that described Protostrongylidosis area through four years showed a permanent infestation of Protostrongyloides between 19,35% in March and 90,91% in May (in average 62,48%) with changing numbers of larval densities, in average 1,7 up to 196,0 La I per 5 g faeces positive sample and experimental month. The percentage at positive samples with P. rufescens, M. Capillaris and D. filaria was 66,10, 50,51 and 59,32 respectively. Out of the monoinfections established in 41,34% of samples D. filaria had the highest share (42,5%). 58,66% of examined specimens harboured mixed infections. A combination of M. capillaris and P. rufescens was the most common occurring in 36,58% of samples. Germany: Die vorliegende Dissertation setzt sich nach Auswertung der einschlägigen Literatur mit zwei Aspekten der Epidemiologie der Protostrongylidose bei Schafen auseinander. Zum einen werden Faktoren untersucht, die bei der Rekonstruktion des Lebenszyklus von M. capillaris im Sinne des Aufbaus einer stabilen Laborinfektion eine Rolle spielen, sowie einige Abweichungen von parasitologischen und klinischen Parametern diskutiert. Zum anderen erfolgt eine Analyse des spontanen Befalls von in einem Protostrongyliden-Schadgebiet vorkommenden Landlungenschnecken, die von koproskopischen Untersuchungen der in diesem Areal weidenden Schafherde begleitet wurde. Inokulationen, bei denen die Zwischenwirte einer durchschnittlichen Einzeldosierung von ca. 500 LaI/Schnecke ausgesetzt waren, haben sich bei einer Expositionsdauer von etwa 24 Stunden als günstig erwiesen, um eine maximale Befallsextensität mit Werten um die 50 % und damit eine größtmögliche Ausbeute des Ausgangsmaterials zu erzielen. Dabei waren adulte, gebänderte Exemplare empfänglicher als juvenile bzw. ungebänderte. Mit der oralen Applikation von zweimal je 3000 inokulationsfähiger La III/Dosis von M. capillaris am ersten und zehnten Versuchstag ließ sich bei einem Schaf der Rasse Merinofleischschaf eine manifeste Protostrongylidose induzieren, die nach einer Präpatentperiode von 43 Tagen durch die Ausscheidung von Larven I mit dem Kot zu dokumentieren war. Nach einem Anstieg auf maximal 1258 LaI/5g Kot am 118. Tag blieben die Larven bis einschließlich dem 207. Versuchstag koproskopisch nachweisbar. Auffällig war bei diesem gleichzeitig spontan mit Kokzidien infizierten Schaf eine Steigerung der Ausscheidung von ca. 40 auf 780 Oozysten/g Kot am 7. Versuchstag. Das Allgemeinbefinden des Versuchsschafes wies nur wenige Veränderungen auf; die Atemfrequenz stieg auf 120/min am 40. und am 48. Tag. wischen dem 40. und 130. Versuchstag war sporadisch leichter Husten festzustellen. Im Differenzialblutbild erreichte der Anteil der eosinophilen Granulozyten beim Versuchsschaf nur Höchstwerte von 7%, was aber einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Kontrolltier (maximal 3%) darstellte. Die Untersuchung von 10 Zwischenwirtsschneckenarten der Ordnung Stylommatophora (insgesamt 755 Exemplare) aus einem als Protostrongylidose-Schadgebiet bekannten Areal in der Oderniederung (Alte Oder, Teltow-Kanal) bei Tornow (Kreis Barnim) über einen Zeitraum von 10 Monaten (Oktober bis Juli) ergab eine Gesamtbefallsextensität von 9,8% mit einer Intensität von 3,8 Protostrongylidenlarven je Schnecke. Dabei ließen sich jedoch nur bei A. arbustorum, C. hortensis, C. nemoralis und Fr. fruticum Protostrongylidenlarven in einem insgesamt sehr geringen Umfang feststellen bzw. sanken Befallsextensität und -intensität zu Versuchsende auf Null. Im Gegensatz zur experimentellen Infektion gab es zwischen den adulten und den juvenilen der spontan infizierten Schnecken in Intensität und Extensität nur geringe Unterschiede. Koproskopische Untersuchungen von 8 bis 12% der Schafe einer ständig in diesem Areal weidenden Schafherde über 4 Jahre hinweg ergaben einen permanenten Protostrongylidenbefall zwischen 19,35% im März und 90,91% im Mai (Durchschnitt 62,48%) bei wechselnder Intensität (durchschnittlich 1,7 bis 196,0 LaI/positiver Probe und Untersuchungsmonat). Am Lungenwurmbefall der Schafe waren P. rufescens mit 66,10%, M. capillaris mit 50,51% und D. filaria mit 59,32% beteiligt. Dabei waren 41,34% Monoinfektionen, an denen D. filaria mit 42,5% den höchsten Anteil hatte, und 58,66% Mischinfektionen, bei denen die Kombination aus M. capillaris und P. rufescens mit 36,58% dominierte.