Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zur Stammdifferenzierung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Schulze, M.
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verl., 2009 — IV, 147 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-604-9
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000011706
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    +49 30 838 51840 / 51843
    mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (M. paratuberculosis) ist der Erreger der Paratuberkulose, einer chronischen, stets tödlich verlaufenden Durchfallerkrankung der Wiederkäuer. Seit der Erstbeschreibung Ende des 19. Jahrhunderts ist die Paratuberkulose weltweit nachgewiesen worden. Regionale Häufungen, z.B. in Nordniedersachsen, wurden schon früh beschrieben. Die Frage, ob sie durch den Tierverkehr verbreitet wurde oder schon seit Jahrhunderten weltweit endemisch ist, lässt sich heute nicht mehr klären. Die Einschleppung in einen Bestand erfolgt in der Regel durch den Zukauf in der Inkubationszeit befindlicher infizierter Tiere. Um solche Infektketten oder die Rolle von Wildtieren als Erre-gerreservoir aufzuklären, ist eine genaue Erregertypisierung notwendig. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden unterschiedliche Subtypen von M. paratuberculosis beschrieben, die anhand der Pigmentierung, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Wirts-präferenz unterschieden werden können. Eine genauere Differenzierung unterschiedlicher M. paratuberculosis-Isolate wurde erst mit molekularbiologischen Methoden möglich. Hier-durch konnte die Unterscheidung anhand der Wachstumsrate und der Pigmentierung bestä-tigt werden.
    Im Rahmen dieser Dissertation wurde die Eignung der Loci-PCR nach Bull et al. (2000) zur Differenzierung von M. paratuberculosis anhand von 92 willkürlich ausgewählten Isolaten untersucht. Als Vergleichsmethode wurde der IS900 RFLP, das derzeitige Standard-verfahren, eingesetzt. Zudem erfolgte eine kulturmorphologische Untersuchung der M. paratuberculosis-Isolate, um phänotypische Ausprägungen der genetischen Merkmale feststellen zu können. Mit Hilfe der Loci-PCR konnten 52, mit Hilfe des IS900 RFLP elf un-terschiedliche Typen differenziert werden. Eine Übereinstimmung von Loci-PCR- und IS900 RFLP-Typen konnte nicht nachgewiesen werden. Vielmehr konnten sowohl mit der Loci-PCR als auch mit dem IS900 RFLP die bei der jeweils anderen Methode gleichen M. paratuberculosis-Isolate weiter differenziert werden. Die Loci-PCR erwies sich allerdings als instabil und somit zur Differenzierung nur bedingt geeignet. Eine Zuordnung der moleku-larbiologischen zu den kulturmorphologischen Eigenschaften war nicht möglich. Erstmalig wurde eine große Anzahl niedersächsischer M. paratuberculosis-Isolate molekulargenetisch charakterisiert. Die genetische Diversität variierte in Abhängigkeit vom verwendeten Diffe-renzierungsverfahren.