Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Einfluss von Enterococcus faecium als Probiotikum auf Salmonella Typhimurium DT104 am Infektionsmodell Schwein (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Szabó, I.
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verl., 2009 — 121 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-577-6
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000010128
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    +49 30 838 51840 / 51843
    mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Obwohl die fördernde nutritive Wirkung der probiotischen Enterococcus spp. auf Mäuse und den Menschen bereits beschrieben wurde, sind experimentelle Studien bei Grosstieren als auch Challenge-Versuche mit pathogenen Mikroorganismen selten.
    In dieser Arbeit wurde der Einfluss der oralen Gabe von Enterococcus faecium NCIMB 10415 auf mit Salmonella Typhimurium DT104 infizierte Absetzverkel untersucht. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach dem Challenge (3, 24, 72 Stunden und 28 Tage p.i.) wurden die klinischen Symptome, die Ausscheidung im Kot und die Verteilung der Salmonellen in ausgewählten Organen als auch die humorale Immunantwort (anti-Salmonella-IgG, -IgM und –IgA) im Serum der Ferkel analysiert. Insgesamt wurden 89 Absetzferkel zufällig in die Probiotika- (43 Tiere) und Kontrollgruppe (46 Tiere) eingeteilt. Die Tiere der Probiotikagruppe hatten Kontakt mit Enterococcus faecium sekundär über die Muttersau (Kot) und primär durch das Futter ab dem 14. Lebenstag.
    Nach dem Challenge mit Salmonella typhimurium DT104 zeigten die Ferkel beider Fütterungsgruppen keine schweren klinischen Symptome einer Salmonellose. Allerdings war die Ausscheidung im Kot und die Besiedlung der Organe mit Salmonellen signifikant höher bei den mit Enterococcus faecium gefütterten Ferkeln. Gleichermaßen war die humorale Immunantwort gegen Salmonellen (spezifisches Serum-IgM und -IgA) signifikant höher in der Probiotikagruppe im Vergleich zu den Kontrolltieren.
    Nach den Ergebnissen dieser Studie führte die Gabe von Enterococcus faecium NCIMB 10415 bei den Absetzferkeln der Probiotikagruppe zu einem geringeren Schutz nach Challenge mit Salmonella typhimurium DT104 als bei den Tieren der Kontrollgruppe, was mit der erhöhten Ausscheidung der Salmonellen im Kot und Manifestation in den Organen als auch anhand der stärkeren Produktion spezifischer Antikörper gegen Salmonella Typhimurium DT104 bei den Tieren der Probiotikagruppe gezeigt werden konnte. Ob die humoralen Mechanismen, d.h. IgA, IgM und/oder IgG Titer, eine verbesserte Immunantwort auf die Probiotikabehandlung darstellen oder eine natürliche Immunantwort auf die erhöhte Salmonellenbelastung in den Organen sind, muss durch weitere Untersuchungen geklärt werden.