Fachbereich Veterinärmedizin


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    Versuch der Tilgung der Sarcoptes-Räude in einem Ferkelerzeugerbetrieb mit besonderem Hinblick auf die Herdenleistung (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Wedde, Ellen
    Quelle
    Berlin, 2005 — 65 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001563
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    +49 30 838 62310
    parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das Ziel dieser Arbeit war der Versuch der Räudesanierung in einem Ferkelerzeugerbetrieb mit geschlossenem System im besonderen Hinblick auf die Herdenleistung. In einem Ferkelerzeugerbetrieb ohne angegliederte Mast nördlich von Berlin mit ca. 1200 Sauen und eigener Jungsauenaufzucht (ca. 700 Tiere) wurde geprüft, ob mit zweimaliger Injektion von IVOMEC®-S-Injektionslösung (Dosierung: 1 ml / 33 kg KGW) im vierzehntägigen Abstand bzw. zweimaliger jeweils sieben Tage langer oraler Applikation von IVOMEC® Prämix (Dosierung: 1 g / 50 kg KGW) im Abstand von sieben Tagen im Rahmen einer Behandlung des gesamten Bestandes die Sarcoptes-Räude getilgt werden kann. Auf eine Milbenbekämpfung in der Umgebung der Tiere (Ställe) wurde hierbei verzichtet. Die Verlaufskontrollen erfolgten über einen Zeitraum von einem Jahr. Bei den Sauen, welche die Infektion auf natürlichem Wege erworben hatten, wurde die Diagnose "Räude" durch Untersuchung auf typische Hautveränderungen, Ermittlung des Scheuerindexes, den Nachweis von Milben in Ohrknorpelausschnitten und von Antikörpern gegen Sarcoptes scabiei var. suis im Serum und im Kolostrum gestellt. Mit der Methode des direktem Milbennachweises waren vier Monate nach Behandlung der Tiere keine Parasiten mehr nachweisbar. Die Kratzaktivitäten bildeten sich sofort nach der Behandlung und die Hautveränderungen langsamer zurück. Bei der serologischen Untersuchung zeigten die Sauen, sowohl das Serum als auch das Kolostrum betreffend, in ihrer Immunantwort individuelle Unterschiede. Allerdings konnten nach erfolgreicher Sanierung nur noch sechs Monate lang positive Serumproben und neun Monate lang positive Kolostrumproben nachgewiesen werden. Die Sauen waren in dem Betrieb nach einem Jahr klinisch und labordiagnostisch unauffällig, so dass von einer erfolgreichen Sanierung ausgegangen werden kann. Im Hinblick auf die Herdenleistung ist zu bemerken, dass im Versuchsbetrieb nach de Tilgung die Umrauscherquote um 2,5% und die Anzahl totgeborener Ferkel um 0,4 Ferkel pro Wurf gesunken ist. Die Ferkelverluste sind um 0,2 Ferkel pro Wurf gesunken. Diese Leistungssteigerung hat dazu geführt, dass über 100 Ferkel mehr pro Jahr abgesetzt wurden.