Fachbereich Veterinärmedizin


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    In-vitro-Methoden zum Nachweis einer Repellentwirkung gegen Zecken (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Straumer, Christine
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — 143 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-449-6
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005254
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62310 Fax.+49 30 838 62323
    email:parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Drei In-vitro-Methoden zum Nachweis einer Repellentwirkung gegen Zecken werden verglichen: Der Moving-Object-Bioassay, der Petri-Dish-Assay und der Haarversuch. Verwendet wurden Zecken der Arten Ixodes ricinus, Rhipicephalus sanguineus und Dermacentor reticulatus. Als Testsubstanzen dienten zwei in der Veterinärmedizin zur Zeckenbekämpfung verwendete Pyrethroide, Permethrin und Deltamethrin, sowie das in der Humanmedizin als Zeckenabwehrmittel eingesetzte Icaridin.
    Die Versuchsergebnisse zeigen, dass mit Hilfe des Petri-Dish-Assays und des Haarversuchs eine Repellentwirkung der Wirkstoffe gegen alle drei Zeckenarten nur unzuverlässig dargestellt werden kann.
    In den Versuchen ist es jedoch gelungen, eine Repellentwirkung von Permethrin und Deltamethrin gegen I. ricinus und R. sanguineus mit Hilfe des Moving-Object-Bioassays darzustellen und diese eindeutig als Kontaktrepellentwirkung zu identifizieren. Eine repellierende Wirkung von Icaridin über Distanz konnte mittels dieser Methode für I. ricinus, R. sanguineus und D. reticulatus gezeigt werden.
    Bei der abschließenden Bewertung der Versuchsergebnisse wurden sowohl die Biologie der drei Zeckenarten berücksichtigt, als auch die unterschiedlichen Wirkungsmechanismen der verwendeten Testsubstanzen. So war zu beachten, dass Pyrethroide im Gegensatz zu Icaridin eine akarizide Wirkung besitzen. Die Verhaltensänderung des Arthropoden aufgrund einer Repellentwirkung ist nicht immer eindeutig von einer Verhaltensänderung des Arthropoden aufgrund der toxischen Wirkung von Permethrin und Deltamethrin zu unterscheiden.
    Hinsichtlich der Darstellbarkeit einer Repellentwirkung gegen Zecken und der Eignung der Methoden zum routinemäßigen Einsatz in der Repellentforschung konnte aufgrund der Versuchsergebnisse darauf geschlossen werden, dass der Petri-Dish-Assay und der Haarversuch ungeeignet sind, eine Repellentwirkung von Substanzen gegen I. ricinus, R. sanguineus und D. reticulatus zuverlässig darzustellen.
    Der Moving-Object-Bioassay erwies sich als geeignete In-vitro-Methode, sowohl eine Wirkung als Kontaktrepellent wie auch als Repellent über eine Distanz gegen I. ricinus und R. sanguineus zuverlässig darzustellen. Für D. reticulatus scheint diese Methode aber aufgrund der besonderen biologischen Eigenschaften dieser Zeckenart nur bedingt geeignet zu sein.