Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zur Wirksamkeit eines Neem-Präparates (Mite-Stop) auf die Entwicklungsstadien der Roten Vogelmilbe Dermanyssus gallinae (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Locher, N.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2009 — VI, 129 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-736-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000015901
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62310 Fax.+49 30 838 62323
    email:parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Fünf Neem-Präparate der Alpha-Biocare GmbH (Düsseldorf) wurden auf ihre Wirksamkeit gegen die Rote Vogelmilbe Dermanyssus gallinae untersucht. Dabei erwiesen sich das Neem-Feinfiltrat und der Neem-dbE-Extrakt als besonders gut wirksam. Aufgrund dieser guten Ergebnisse wurde das Neem-Präparat Mite-Stop® entwickelt, das in einem speziellen Verfahren aus dem Samen des Neembaumes (Azadirachta indica A. Juss.) gewonnen wird.
    Das wesentliche Ziel dieser Arbeit war es, das Potential dieses Neem-Präparates als pflanz-liches Akarizid für die Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) zu unter-suchen. Die Wirksamkeit wurde sowohl unter Labor- als auch unter Praxisbedingungen ge-testet. Die Kontakt- und Gasphasentoxizität wurde mittels vier verschiedener Applikationsmethoden untersucht: Methode A (Benetzung einzelner Milben), Methode B1 (Kontakt mit feuchtem Akarizid), Methode B2 (Kontakt mit getrocknetem Akarizid) und Methode C (Akarizide Wirkung über die Gasphase). Es zeigte sich, dass das Akarizid bei direktem Kontakt schon in sehr kleinen Mengen für alle Milbenstadien toxisch ist. Die Gas-phase erwies sich für Larven, Nymphen und Adulte ebenfalls als toxisch. Weitere Unter-suchungen bezüglich der Stabilität, Haltbarkeit, Wirkungsdauer und der repellierenden Wirkung wurden durchgeführt. Ein mit dem Neem-Präparat imprägniertes Filterpapier besaß für mehr als 11 Tage eine gute Wirksamkeit gegen die Rote Vogelmilbe. Ein repellierender Effekt konnte nicht festgestellt werden. Die im Stallbau verwendeten Materialien Holz und Beton wurden ebenfalls behandelt und die akarizide Wirkung gegen alle Milbenstadien untersucht. Um die Anwendung unter Praxisbedingungen zu testen, wurde ein Hühnerstall innerhalb von sieben Tagen zweimal mit 1:50 verdünntem Mite-Stop® behandelt. Die Stärke der Milbenpopulation wurde vor, während und nach der Behandlung mittels im Stall aus-gebrachter Fallen aus Wellpappe bestimmt. Bereits die erste Sprühbehandlung reduzierte die Milbenpopulation um 66,86%. Nach der zweiten Behandlung hatte sich die Milbenpopulation um 89% reduziert. In einem zweiten Hühnerstall wurden zwei Bereiche, die einen starken Befall mit der Roten Vogelmilbe aufwiesen, mit 1:30 bzw. 1:50 verdünntem Mite-Stop® be-handelt. In beiden Bereichen war das Neem-Präparat zu 100% wirksam.
    Licht- und rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen dienten dazu, morphologische Veränderungen an den Milben zu erkennen. Zum Teil wurden deutliche Veränderungen an der Kutikula festgestellt. Das Neem-Präparat scheint bei direktem Kontakt zu einer Schädigung der Kutikula zu führen, in deren Folge es zur Dehydratation und zum Tod der Milbe kommt.