Fachbereich Veterinärmedizin


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    Bakterieller und viraler Kontaminationsstatus von Pazifischen Felsenaustern (Crassostrea gigas):
    einjähriges Monitoring des "Berliner Angebots" (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Möhl, K. B. I.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — VI, 182 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-427-4
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000006149
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    +49 30 838 62550
    lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Belastung mit relevanten bakteriellen und viralen Erregern am Beispiel von in Berlin vertriebenen Pazifischen Felsenaustern unterschiedlicher Herkunft zu bestimmen.
    Hierzu wurden im Rahmen eines mehr als einjährigen Monitoring pro Monat - allerdings mit Unterbrechungen wegen Lieferproblemen - jeweils drei Chargen pazifischer Felsenaustern (Crassostrea gigas) aus verschiedenen europäischen Ursprungsgebieten untersucht. Jede Charge enthielt dabei 24 Muscheln, von denen je Zwölf auf Noroviren bzw. Hepatitis A-Viren (HAV) untersucht wurden. Es wurden insgesamt 477 Einzelproben auf Noroviren und 372 Einzelproben auf HAV getestet. Weiterhin wurden aus jeder Charge 25 g Probenmaterial für den mikrobiologischen Gesamtstatus entnommen. Die Proben stammten von einem Importeur, der seine Produkte deutschlandweit vertreibt. Es handelte sich sowohl um Ware, die aus Frankreich, Irland und den Niederlanden eingeführt wurde, als auch um Deutsche Austern von der Insel Sylt.
    Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass in den überprüften Proben weder Noroviren noch HAV nachgewiesen werden konnten. Auch Salmonellen, Listeria monocytogenes und E. coli ließen sich nicht isolieren. Lediglich 13 % der untersuchten Proben zeigten eine erhöhte aerobe Gesamtkeimzahl, bei weiteren 13 % konnten erhöhte bzw. grenzwertige Gehalte an Enterobakteriazeen nachgewiesen werden. In drei der untersuchten Proben (7 %) lagen erhöhte bzw. grenzwertige Gehalte an Pseudomonaden und Aeromonaden im Bezug auf die Richtwerten der DGHM vor.
    Für die Interpretation der Resultate ist zu beachten, dass alle Muscheln direkt vom Importeur bzw. Großhändler stammten. Proben bei Abgabe an den Endverbraucher wurden nicht untersucht. Dieser Umstand ist insofern von Bedeutung, als die Rekontamination durch Verkaufs- und Küchenpersonal - neben der Verunreinigung durch unbelebte Vektoren wie Bedarfsgegenstände - die größte Rolle bei der Übertragung von Pathogenen spielt. Aufbauend auf dieser Arbeit wäre somit die Untersuchung von Proben, welche direkt aus dem Einzelhandel stammen, aussagekräftiger. Wegen der geringen Prävalenz der Noroviren und Hepatitis A-Viren bei Anlieferung der Ware, scheint diese Stelle in der Kette von der Austernbank zur Oysterbar für ein Gefahrenmonitoring wenig geeignet zu sein.
    Hier bietet eine Überwachung des Biotops einerseits sowie des Einzelhandles andererseits wahrscheinlich größere Sicherheit bei der Beherrschung des Risikos.
    Aus methodologischer Sicht kann festgestellt werden, dass sich die konventionelle RT-PCR mit dem MON-Primer System sehr gut eignet, um Lebensmittelproben auf Noroviren zu untersuchen. In der Real-Time PCR fehlte hierzu eine entsprechend sensitive PrimerSonden Kombination zur Detektion der Genogruppe I. Auch das GG II System muss trotz seiner guten Sensitivität weiter verbessert werden, um der großen Heterogenität innerhalb der Noroviren gerecht zu werden.
    Das artus HAV LC RT-PCR Kit® ist zurzeit das einzig kommerziell erhältliche System zur Detektion von HAV mittels der Real Time PCR. Es weist eine sehr gute Sensitivität auf, das Handling gestaltet sich einfach und unproblematisch.