Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Untersuchung der perkutanen Resorption von Benzoesäure an der isoliert hämoperfundierten Schweineextremität (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Maschmann, I.
    Quelle
    Berlin: mbv, 2008 — 93 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-493-9
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000006848
    Kontakt
    Institut für Tierernährung

    Königin-Luise-Str. 49
    Gebäude 8
    14195 Berlin
    Tel.+49 30 838 52256 Fax.+49 30 838-55938
    email:tierernaehrung@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Untersuchung der Resorption von Benzoesäure an tierischer Haut unter in vitro Bedingungen wurde bisher lediglich mit zellfreien Flüssigkeiten durchgeführt [Franz, 1975; Schaper, 2003]. Die Methode der isoliert hämoperfundierten Schweineextremität erlaubt eine Perfusion mit autologem, körperwarmem und oxygeniertem Vollblut. Um möglichst in vivo nahe Verhältnisse zu schaffen, findet während der Perfusion eine kontinuierliche Dialyse und damit eine permanente Korrektur des Perfusionsblutes in Bezug auf Elektrolyte, Metaboliten und Säure-Base-Status statt.
    In vier Vorversuchen konnte das Modell der isoliert hämoperfundierten Schweineextremität überprüft werden. Eine hohe Hämolyserate gemessen an freiem Hämoglobin und der Kaliumkonzentration im Perfusat konnte in den Hauptversuchen durch eine Optimierung der Rollenpumpeinstellungen auf 41 mg/dl freies Hämoglobin und 5,25 mmol/l Kalium verringert werden (Medianwerte zum Versuchszeitpunkt 210. Minute). Die Stoffwechsellage des Modells wurde durch den Sauerstoff- und Glucoseverbrauch sowie der Lactatkonzentration im Perfusat charakterisiert. Bezüglich des Sauerstoffverbrauchs konnte während der Versuche ein Anstieg der Medianwerte von 5,71 µmol/min*100 g (Versuchsbeginn) auf
    7,94 µmol/min*100 g (120. Minute) verzeichnet werden. Gegen Versuchsende nimmt der Sauerstoffverbrauch wieder ab, 5,99 µmol/min*100 g und liegt somit unterhalb des in der Literatur für reine Muskelpräparate angegebenen Wertes 15–25 µmol/min*100 g. Der Glucoseverbrauch steigt während der Versuche von 522,1 µg/min*100 g (Versuchsbeginn) auf 769,7µg/min*100 g (150. Minute) an und bleibt während der gesamten Perfusion über den in der Literatur angegeben Wert von > 250 µg/min*100 g. Die Lactatkonzentration im venösen Perfusat steigt lediglich von 39,2 mg/dl auf 48,9 mg/dl an. Dies lässt den Rückschluss zu, dass die Sauerstoffversorgung der Extremitäten bei einem Perfusionsfluss von 4,41 ml/min*100 g ausreicht und Glucose aerob verstoffwechselt wird. Auch hinsichtlich der prozentualen Gewichtszunahme der Extremität im Versuchsverlauf, als Maß für die Ödematisierung des Gewebes, bewegen sich die Gewichtszunahmen aller Beine bei dem Perfusionsfluss von 4,41 ml/min*100 g innerhalb des in der Literatur als tolerierbar angegebenen Bereiches von maximal 10 %.

    In 8 Hauptversuchen konnte bei einem Perfusionsfluss von 4,41 ml/min*100 g und bei einer Applikation von 40 mg Benzoesäure auf eine 100 cm2 große Hautfläche eine Resorption von 10,28 mg Benzoesäure, das entspricht 25,7 % der applizierten Dosis, gemessen werden. Es liegt nahe, diese hohe Resorptionsrate mit der hohen Qualität des Perfusionssystems und mit der großen Transportkapazität des Blutes als Perfusat in Zusammenhang zu bringen. Im Hinblick auf die Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch konnte mit der vorliegenden Arbeit die Eignung der isoliert hämoperfundierten Schweineextremität als Modell für Resorptionsstudien an der Haut aufgezeigt werden.