Fachbereich Veterinärmedizin


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    Röntgenologische Reihenuntersuchung zur Osteochondrosis an Fessel-, Sprung- und Kniegelenken bei Zweijährigen Warmblutpferden : eine Verlaufskontrolle (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Arnan, Patricia
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2005 — IV, 127 Seiten
    ISBN: 3-89820-937-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001951
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62299
    pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Diese Studie ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes, dessen Ziel es ist, über die vermutlich multifaktoriell bedingte Erkrankung Osteochondrosis dissecans (OCD) Aufschluss zu erlangen. Zu diesem Zweck wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet, wobei die Arbeitsgruppe zu der diese Studie zählt Warmblutfohlen, deren Mütter und die Fohlen im Alter von zwei Jahren röntgenologisch untersucht hat. In Rahmen dieser Studie wurden 405 Warmblüter im Alter von zwei Jahren röntgenologisch untersucht. Insgesamt wurden dabei acht Röntgenaufnahmen vom Fessel-, Sprung- und Kniegelenk angefertigt. Ziel dieser Arbeit war es, neben der Auswertung der zweijährigen Pferde, einen Vergleich der osteochondrotischen Veränderungen vom Fohlen zum Zweijährigen aufzustellen und schließlich die Ergebnisse mit den Röntgenbefunden der Mutterstuten zu vergleichen. Es wurde festgestellt, dass insgesamt 32,6% der 405 untersuchten Fohlen und 26,2% der Zweijährigen röntgenologische Veränderungen an Fessel-, Sprung- und Kniegelenken aufwiesen, die zu den osteochondrotischen Veränderungen zählen. Im Fesselgelenk zeigten 99 Fohlen (24,5%) und 111 Zweijährige (27,7%) osteochondrotische Veränderungen und/oder isolierte Verschattungen anderer Ursachen. Im Fesselgelenk waren häufiger weibliche Pferde betroffen als männliche. Bei den osteochondrotischen Veränderungen dorsal am Sagittalkamm war ein leichter Rückgang in der Anzahl der Veränderungen zu verzeichnen. Außerdem entwickelte sich bei 20% der betroffenen Zweijährigen vom Fohlen zum Zweijährigen aus einer Osteochondrose (OC) eine OCD, bei 14,6% aus einer OCD eine OC und bei 29,2% sind die Befunde dieselben geblieben. Hier zeigte sich, dass ein Großteil der Befunde bereits im Fohlenalter vorhanden war und dass sich aus einer OC eine OCD entwickeln kann, aber auch genau umgekehrt OCD verschwinden kann und eine OC zurückbleibt. Dorsal und palmar/plantar am Fesselbein war ein deutlicher Anstieg der isolierten Verschattungen vom Fohlen zum Zweijährigen zu erkennen, woraus abzuleiten war, dass ein Großteil der isolierten Verschattungen erst nach dem Fohlenalter entsteht. Im Sprunggelenk zeigten insgesamt 45 Fohlen (11,1%) und 42 Zweijährige (10,4%) osteochondrotische Veränderungen. Es waren häufiger männliche Pferde betroffen als weibliche. Die Gesamtzahl der betroffenen Pferde hat sich kaum verändert, vom Fohlen zum Zweijährigen hat sich jedoch bei fast der Hälfte der OCD positiven Zweijährigen aus einer OC eine OCD entwickelt. Die andere Hälfte der OCD positiven Zweijährigen war als Fohlen auch schon OCD positiv. Im Kniegelenk zeigten insgesamt 29 Fohlen (7,2%) und 9 Zweijährige (1,9%) osteochondrotische Veränderungen. Bei den Fohlen konnten keine isolierten Verschattungen diagnostiziert werden. 72,4% der Osteochondrosen beim Fohlen waren bei den Zweijährigen nicht mehr zu diagnostizieren. Es zeigte sich, dass die Häufigkeit der osteochondrotischen Veränderungen vom Lebensalter abhängig war. Der Vergleich der Befunde der Fohlen und Zweijährigen mit den Mutterstuten ließ erkennen, dass Stuten mit OCD-Veränderungen häufiger Nachkommen mit osteochondrotischen Veränderungen hatten. Diese Ergebnisse werden den anderen Arbeitsgruppen dieses interdisziplinären Projektes zur Verfügung gestellt.