Fachbereich Veterinärmedizin


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    Die direkte Druckmessung in der Bursa podotrochlearis als diagnostisches Hilfsmittel zur Differenzierung des Podotrochlose-Syndroms (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Zuther, Meike
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2005 — 107 Seiten
    ISBN: 3-89820-918-0
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001887
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

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    14163 Berlin
    +49 30 838 62299
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    Abstract / Zusammenfassung

    Die hier vorliegende Arbeit diente der Herausstellung des diagnostischen Wertes der Druckmessung in der Bursa podotrochlearis im Rahmen der Lahmheitsuntersuchung. Ziel dieser Untersuchung war es, diese Technik als weiteres Hilfsmittel zur Diagnostik des Podotrochlose-Syndroms i.e.S. einzusetzen. Zunächst wurde die geeignete Technik zur Punktion der Bursa podotrochlearis an Präparaten erarbeitet. Als einfachste Methode erwies sich die Punktion von palmar. Dabei wird die Kanüle ca. 5 mm proximal des Kronsaumes zwischen den Hufballen auf einen Punkt auf der dorsalen Hufwand, der ca. 2 cm distal des Kronsaumes liegt, vorgeschoben, bis sie auf Widerstand trifft. Eine röntgenologische Kontrolle der Lage der Kanüle entfällt, da der sich abzeichnende Druck auf die Lage der Kanüle hinweist. In der Hauptuntersuchung wurde zur Ermittlung eines Normaldruckes an 11 Gliedmaßen klinisch und röntgenologisch gesunder Pferde der Druck in der Bursa podotrochlearis gemessen. Hier wurden Druckwerte von bis zu 6 mmHg bei belasteter Gliedmaße festgestellt, so dass für die weiteren Untersuchungen Druckwerte von über 6 mmHg in der Bursa als erhöht betrachtet wurden. Bei 25 Patienten, die aufgrund der diagnostischen Anästhesien und der Röntgenbefunde Anzeichen einer Strahlbeinlahmheit zeigten, wurde der Druck in der Bursa podotrochlearis gemessen, in 22 Fällen wurde außerdem der Druck im Hufgelenk gemessen. Die Beurteilung und Einteilung der Druckwerte im Hufgelenk in „physiologisch“, „verdächtig“ und „pathologisch“ richtete sich nach den Ergebnissen von SCHÖTT (1989) und HÖPPNER (1993). Von den Ergebnissen der Druckmessung in der Bursa podotrochlearis wurde versucht, einen Zusammenhang zur Lahmheitsdauer, zum Lahmheitsgrad, zu den Ergebnissen der diagnostischen Anästhesien und den radiologischen Befunden herzustellen. Ferner wurden die Druckwerte der Bursa jeweils denen des Hufgelenkes gegenübergestellt. Es zeigte sich, dass weder die Lahmheitsdauer noch der Lahmheitsgrad oder die röntgenologischen Befunde einen eindeutigen Hinweis auf die Erkrankung der Bursa ergeben. Die Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der diagnostischen Anästhesien ergab, dass die Patienten mit einer positiven RPA (n = 3) auch einen erhöhten Druck in der Bursa podotrochlearis aufwiesen. Die geringe Anzahl der Patienten erlaubt jedoch keinen sicheren Rückschluss auf einen Zusammenhang zwischen der RPA und einer Erkrankung der Bursa. Bei der gleichzeitigen Druckmessung in der Bursa podotrochlearis und dem Hufgelenk (n = 22) war erkennbar, dass in der Mehrzahl der Fälle nur eine der beiden Strukturen eindeutig veränderte Drücke aufwies. Von 11 Patienten mit erhöhtem Druck im Hufgelenk wiesen 7 Patienten einen normalen Druck in der Bursa podotrochlearis auf, bei 6 Pferden mit verdächtigem Druck im Hufgelenk war der Druck in der Bursa in 5 Fällen erhöht. 5 Patienten mit normalem Druck im Hufgelenk hatten in 3 Fällen einen erhöhten Druck in der Bursa podotrochlearis. Daraus zeigt sich, dass in dieser Studie meist entweder das Hufgelenk oder die Bursa betroffen waren. Selten lag eine gleichzeitige Erkrankung beider Strukturen vor. Nach Druckmessungen im Hufgelenk traten keine Komplikationen auf. Infolge der Druckmessungen in der Bursa podotrochlearis traten in 2 Fällen am folgenden Tag je eine Verstärkung der Lahmheit auf, die sich jedoch innerhalb von 24 Stunden nach Verabreichung eines nicht-steroidalen Antiphlogistikums wieder gab. Insgesamt hat sich die Druckmessung in der Bursa podotrochlearis als einfaches und komplikationsarmes Hilfsmittel erwiesen, um die Lahmheitsursache im Rahmen der Diagnostik des Podotrochlose-Syndroms zu spezifizieren. Aufgrund der gestellten Diagnose ist eine genaue lokale Behandlung möglich, wodurch auch die Risiken wiederholter Punktionen der Bursa podotrochlearis, wie Infektionen oder Traumatisierungen der tiefen Beugesehne, gemindert werden.

    Diagnostic nerve blocks have been proven to be unspecific for the differentiation of the podotrochlear syndrome. After regional anaesthesia (anaesthesia of the pulvinus branch of the palmar digital nerve and palmar digital nerve block) and intrasynovial anaesthesia (anaesthesia of the distal interphalangeal joint, navicular bursa and flexor tendon sheath), the local anaesthetic diffused into the adjacent structures. After direct manometry in the coffin joint was established, manometry in the navicular bursa was supposed to contribute to the more exact differentiation of the podotrochlear syndrome. Therefore, both the manometry in the distal interphalangeal joint and in the navicular bursa were carried out simultaneously in 25 horses with symptoms of an affected navicular region. This quick and easy method revealed that an increase of the pressure reflected an affection of the particular structure. Further advantages were the low rate of complications and the opportunity of instant treatment via intrasynovial injection without another puncture of the joint capsule.