Fachbereich Veterinärmedizin


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    Knochentumoren und allgemeines Tumorvorkommen beim Pferd (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Braun, Anja Christina
    Quelle
    Berlin, 2007 — VI, 142 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005092
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62299
    pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwiefern Knochentumoren bei Pferden eine Rolle spielen. Welche Stellung nimmt die Krankheit in der Pferdepopulation ein, welches Alter scheint hauptsächlich betroffen und welche Rassen? Wo sind sie hauptsächlich lokalisiert und welche Symptome rufen sie hervor? Stellt es ein Problem dar, eine eindeutige Diagnose zu fällen?

    Zu diesem Zweck wird Archivmaterial aus der Klinik für Pferde, Allgemeine Chirurgie und Radiologie der Freien Universität Berlin untersucht und ein schriftlicher Aufruf an größere Pferdekliniken innerhalb Deutschlands durchgeführt. Für die Untersuchung stehen insgesamt 25.150 Krankenakten von stationären Pferdepatienten im Zeitraum von 01.01.1970 bis 01.06.2004 sowie eine zugesandte Fremdakte zur Verfügung.

    In 296 Fällen wird als Enddiagnose eine Neoplasie angegeben. Häufigste Tumoren sind das equine Sarkoid, Plattenepithelkarzinom, Melanom und malignes Lymphom. In etwa einem Drittel (28,8%) aller Neoplasiefälle ist der Kopf betroffen. Acht Krankenakten haben als Enddiagnose einen Knochentumor vermerkt, höchstwahrscheinlich primären Ursprungs. Eine zusätzliche Akte über einen primären Knochentumor wird aus einer weiteren Klinik zugeschickt. Zudem haben sich in drei Fällen primär extraskelettale Tumoren in das angrenzende Knochengewebe ausgebreitet (sekundäre Knochentumoren).
    Bis auf einen Fall werden alle Knochentumoren klinisch, röntgenologisch und histologisch beurteilt. Eine zweite Überprüfung der zugehörigen Gewebeschnitte aus dem Archiv des Instituts für Tier-Pathologie der Freien Universität Berlin erfolgt und widerlegt in einem Fall die erstgestellte Diagnose Knochentumor.

    Unter den Knochentumoren befinden sich drei Osteome, je ein Osteochondrom, fibroblastisches Osteosarkom, Fibrosarkom, Fibro-Liposarkom sowie ein Hämangiosarkom. Es handelt sich um fünf männliche und drei weibliche Tiere. Zwei der männlichen Pferde sind kastriert. Das jeweilige Alter der Tiere ist drei Monate, zwei, drei, sechs, sieben, acht, 15 und 25 Jahre. Den größten Anteil unter den Rassen nehmen die Warmblutpferde ein, gefolgt von zwei Ponys, einem Araber und Traber. Unter den Tumoren, die sekundär das Knochengewebe involvieren, sind zwei Plattenepithelkarzinome und ein undifferenziertes Karzinom. Dabei handelt es sich um zwölf, 14 und 28 Jahre alte Tiere, einem Wallach und zwei Stuten. Alle primären und sekundären Knochentumoren sind am Kopf lokalisiert.

    In dieser Arbeit wird die Problematik der genauen Diagnosestellung, im Hinblick auf Knochentumoren, verdeutlicht. Ein ehemals als Fibrosarkom der Nasen- und Nasennebenhöhlen diagnostizierter Fall und als solcher in den Krankenakten vermerkt, wird bei einer zweiten histologischen Begutachtung als chronisch proliferative Entzündungen angesehen. Dieser Fall verweist auf die Problematik eine Diagnose ausschließlich anhand histologischer Merkmale zu stellen und deckt die Gefahr einer Fehldiagnose auf. Die Notwendigkeit der Kooperation all