Fachbereich Veterinärmedizin


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    Modelluntersuchungen zun Vorkommen und Überleben von Pasteurella multocida ssp multocida in der Umwelt (2003)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Welbers, Eva
    Quelle
    Berlin: Pro BUSINESS, 2003 — 129 Seiten
    ISBN: 3-934529-19-4
    Kontakt
    Institut für Tier- und Umwelthygiene

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14169 Berlin
    Tel.+49 30 8385 1845 Fax.+49 30 83845 1863
    email:tierhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Abstract (deutsch): In der vorliegenden Untersuchung wurde zuerst das Vorkommen von Pasteurella multocida ssp. multocida in einem Rinderstall untersucht. Ziel der Untersuchung war es, Zusammenhänge zwischen dem Vorkommen dieser Spezies beim Tier und in der Umwelt zu studieren. Proben vom Tier wurden hauptsächlich mittels Nasentupfer genommen. Aus der Umgebung der Rinder wurden Proben von Einstreu, Silage, Kot, Leitungswasser und aus der Luft gewonnen. Anschließend wurden die Stämme biochemisch identifiziert. Beim Tier konnte Pasteurella multocida ssp. multocida in derart geringer Zahl (0,87%) isoliert werden, dass der untersuchte Mutterkuhbetrieb als gering belastet einzustufen war. Zur weiteren Charakterisierung wurden die verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den isolierten Stämmen mittels Antibiogramm und RAPD Analyse untersucht. Es wurde dabei festgestellt, dass die Stämme mit diesen Methoden nicht voneinander differenziert werden konnten. Aus keiner der Umweltproben konnte Pasteurella multocida ssp. multocida isoliert werden. Der hauptsächliche Anteil der Untersuchung beschäftigte sich mit dem Überleben von Pasteurella multocida ssp. multocida um mögliche Übertragungswege abzuklären. Hierzu wurden Materialien verwendet mit denen Tiere im Stall täglich in Kontakt stehen (Holz, Kacheln, Metall, Stroh, Wasser) sowie zusätzlich Wattetupfer und physiologische Kochsalzlösung. Für die Untersuchung wurde Pasteurella multocida ssp. multocida NCTC 10322 und ein Isolat aus dem Mutterkuhbetrieb als repräsentativ ausgewählt. Die Materialien wurden kontaminiert, bei verschiedenen Temperaturen (4 °C, 22 °C and 37 °C) gelagert und die Stämme nach festgelegten Zeiten reisoliert. Die längste Überlebenszeit für Pasteurella multocida ssp. multocida wurde in Leitungswasser bei 22 °C mit einer Halbwertszeit von 8,8 Tagen festgestellt. Die kürzeste Überlebenszeit in dieser Untersuchung fand sich auf Holz bei 37°C (weniger als eine Stunde). Die Lagerungstemperatur war in dieser Studie ein bedeutender, die Überlebensfähigkeit limitierender Faktor. Auf festen Materialien und in physiologischer Kochsalzlösung war die Überlebenszeit bei höheren Temperaturen (22 °C bzw. 37 °C) deutlich geringer als bei niedrigeren Temperaturen (4 °C). Eine Ausnahme bildete Leitungswasser. Hier wirkten sich höhere Temperaturen förderlich auf das Überleben von Pasteurella multocida ssp. multocida aus. Die höchste Gefahr bezüglich der Übertragung von Pasteurella multocida ssp. multocida geht von Wasser aus. Auch Stroh und glatte Flächen wie Kacheln können ein mögliches Reservoir für die Übertragung des Keimes sein. Materialien aus Baumwolle (Tupfer), verzinktes Eisen oder Holz (Kiefer) sind als mögliche Übertragungswege des Erregers als weniger bedenklich einzustufen. Abstract (englisch): In the present study first the occurrence of Pasteurella multocida ssp. multocida in a cattle house was investigated. The aim was to analyse cohesions between the occurrence of this bacterial species at the animals and in the environment. Samples from animals were mainly taken by nasal swaps and environmental samples were gathered from litter, silage, faeces, tap water and air. Following the isolated strains were identified by a biochemical method. From animal Pasteurella multocida ssp. multocida was isolated in such small number (0, 87%) that the assayed mother cow stock could be classified as low infected. For further characterization the relationship between the isolated strains were analyzed by antimicrobial susceptibility test and RAPD analysis. It was found out that the isolated strains could not be differentiated from each other by these methods. From he environmental samples Pasteurella multocida ssp. multocida could not be isolated. The main part of this examination dealt with the survival of Pasteurella multocida ssp. multocida to analyze the potential role of the environment for the transmission of this bacterial species. Materials animals usually have daily contact with (wood, tiles, metal, straw and water) and additional swaps and physiological sodium chloride solution were used. Pasteurella multocida ssp. multocida NCTC 10322 and a strain isolated in the mother cow stock were selected as representative for the investigation. The materials were artificially contaminated, stored at different temperatures (4 °C, 22 °C and 37 °C) and the strains recultivated after determined periods. The longest survival time for Pasteurella multocida ssp. multocida was found in tap water at 22 °C with a half life period of 8,8 days. The shortest survival time in this investigation was observed on wood at 37 °C (less than one hour). The storing temperature was an important limitating factor for the ability of survival. On solid materials and in physiological sodium chloride solution the survival time was lower at higher temperatures (22 °C and 37 °C) as at a lower temperature (4 °C). An exception was tap water. In tap water higher temperatures had beneficial impact on the survival of Pasteurella multocida ssp. multocida. Risk assessment concerning the transmission of Pasteurella multocida ssp. multocida via environmental material can be classified as follows. High risk: water, medium risk: straw, glazed tiles, low risk: cotton, galvanized iron, wood.