Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchung von Mastzellentumoren beim Pferd (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Kochert, Mathias
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2005 — 99 Seiten
    ISBN: 3-89820-981-4
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002524
    Kontakt
    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62450 Fax.+49 30 838 62522

    Abstract / Zusammenfassung

    Mastzellentumoren bei Pferden werden in der Klinik sehr selten beobachtet. Die vorliegende Untersuchung legt die Vermutung nahe, dass diese Art Tumor hinsichtlich der Dignität und der Häufigkeit seines Auftretens oft unterschätzt wird. Nach systematischer Suche im Archiv des Institutes für Veterinär-Pathologie der Freien Universität Berlin wurden fünf Präparate näher untersucht. Die untersuchten Proben waren ausnahmslos alle als im Sinne von Geschwülsten einzuordnen, ein Zusammenhang zu parasitären oder allergischen Vorgängen ließ sich nicht herstellen. Durch den ausgiebigen Literaturvergleich von equinen Mastzellentumoren und Mastzellenerkrankungen anderer Spezies sowie des Menschen wurden neue Aspekte, wie die Beurteilung der Kern- und Zellform der Mastzellen, die Anordnung der Mastzellen im Gewebe, die Mastzellendichte sowie die Menge zytoplasmatischer Granula in der Mastzelle in die Beurteilung beim Pferd eingeführt. Die Begriffe wurden geordnet und neue Ansätze für künftige Untersuchungen gefunden. Auch wurde gezeigt, dass die bisher übliche Methode der Suche nach Mitosen in Mastzellen unsicher und ungeeignet ist, um zu beurteilen, ob eine Neoplasie vorliegt oder nicht. Hier wäre der zusätzliche immunhistochemische Einsatz von Proliferationsmarkern sicherer. Als Ergebnis sind die Veränderungen der vorliegenden Untersuchung als „Mastzellentumoren“ zu bezeichnen. Will man die Dignität beschreiben, wäre auch der Begriff „Mastozytom“ zu verwenden. Der Begriff „equine kutane Mastozytose“ ist in Anlehnung an SCHWENZER et al. (1999) für rein entzündlich bedingte Veränderungen mit Anwesenheit von Mastzellen zu verwenden. Ansonsten sollte der Begriff „Mastozytose“ ähnlich wie in der Humanmedizin (SPERR et al., 2001) als Überbegriff benutzt und zur Beschreibung einzelner Erkrankungen besser vermieden werden, da er keinen Rückschluss auf die Ursache der Erkrankung (Neoplasie oder Alteration) zulässt und somit nicht mehr zeitgemäß ist. Abschließend ergibt sich die dringende Notwendigkeit einer routinemäßigen Untersuchung entnommener Geschwülste beim Pferd. Wichtig wäre auch eine umfassende Anamnese bei Einsendung entnommener Proben, sowie eine gründliche Verlaufsuntersuchung. Mit der Ausweitung der Knochenmarksbiopsie und der Enzymhistochemie in der Humanmedizin wird diesen Untersuchungsmethoden zukünftig sicher auch in der Veterinärmedizin, wo sie heute aus Kostengründen in der Routinediagnostik keine große Rolle spielen, mehr Bedeutung zukommen. Gerade bei dem oft großen Wert der Tiere in der Pferdepraxis ist es aber notwendig, anspruchsvollere und aussagekräftigere Untersuchungen zu entwickeln.