Fachbereich Veterinärmedizin


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    Quantitative Expressionsanalysen von CLCA-Homologen bei Mausmodellen der Zystischen Fibrose (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Holle, Hannah
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2007 — 193 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-328-4
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000003542
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    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
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    Abstract / Zusammenfassung

    Die CLCA-Genfamilie mutmaßlicher Ca2+-aktivierter Cl--Kanäle zählt zu den eventuellen modulatorischen Genen, die maßgeblich den Phänotyp der Zystischen Fibrose beeinflussen. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse der Zystischen-Fibrose-Forschung weisen zahlreiche Beispiele auf eine zentrale Bedeutung von modifizierenden Genen bei der Pathogenese der Erkrankung hin, die außerhalb des cftr-Locus gelegen sind. Anhand elektrophysiologischer Daten, mRNA-Expressionsanalysen und kürzlich veröffentlichter Allelvariationsstudien mit Mikrosatellitenmarkern ergeben sich zunehmend Hinweise, dass ein Teil dieser modifi-zierenden Einflüsse von Mitgliedern der CLCA-Genmilie, möglicherweise durch die Vermittlung einer alternativen, Ca2+-aktivierter Cl--Leitfähigkeit, mediiert werden könnte. In der vorliegenden Arbeit wurde die mRNA-Expressionsrate der murinen mCLCA1- , mCLCA2- , mCLCA3- und mCLCA4-Homologen mittels quantitativer real-time RT-PCR im Dünndarm von CF- (cftrTgH(neoim)1Hgu, cftrtm1Cam) und WT-BALB/cJ-, -C57BL/6J-, -DBA/2J- und -NMRI-Mäusen quantifiziert. Dabei wurden große Unterschiede der mRNA-Expressions-raten aller vier CLCA-Homologen zwischen den vier WT-Mausstämmen detektiert. Die mRNA-Expressionsraten von mCLCA1 und mCLCA4 waren bei CF- und WT-Mausgruppen ähnlich hoch. Dagegen war die mCLCA3-mRNA-Expressionsrate bei allen CF-Mausmo-dellen deutlich erhöht. Die immunhistochemische Detektion von mCLCA3-Protein und die Identifizierung von Becherzellen mittels der PAS-Reaktion zeigten ähnlich starke Zunahmen an mCLCA3-positiven Becherzellen bei den CF-Mausmodellen. Deswegen kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die erhöhte mCLCA3-mRNA-Expression eine Folge der Becherzellhyperplasie war und nicht auf Regulationsmechanismen auf dem Transkriptionslevel beruhten. Die beobachteten Zunahmen an mCLCA2-mRNA-Kopienzah-len bei den CF-Mausmodellen dagegen scheinen tatsächlich auf einer hochregulierten Transskription zu beruhen. So waren Veränderungen der mRNA-Kopienzahlen nicht mit veränderten Zellkinetiken des Darmepithels assoziiert, wie mit Hilfe einer immunhistochemi- schen Detektion des phospho-Histon3-Proteins und des aktivierte-Caspase3-Proteins bestätigt wurde. Insgesamt kann aufgrund dieser Ergebnisse geschlossen werden, dass mCLCA2 und mCLCA3 potentiell durch ihre verstärkte Expression als modifizierende Gene des Phänotyps von CF-Mausmodellen im Darm in Frage kommen. Mit Hilfe der Sequenzierung des offenen Leserahmens von mCLCA3 konnte keine Allel-variation im mclca3-Gen, zumindest nicht in der kodierenden Region und bei diesen vier Mausstämmen, festgestellt werden, die mit diesen Expressionsunterschieden in Zusam-menhang zu bringen gewesen wären.