Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Gynäkomastie beim Beagle Hund nach Applikation von steroidalem Androgen (2009)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Lüdtke-Handjery, O. M.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2009 — 114, [2] Seiten
    ISBN: 978-3-86664-561-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000009892
    Kontakt
    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
    +49 30 838 62450

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung:
    Nachdem fertilen Beagle-Rüden täglich ein synthetisches Androgen dermal über 4 und 39 Wochen verabreicht wurde, entwickelten sie Veränderungen der Milchdrüse im Sinne einer Gynäkomastie. Da es in der Literatur keinen Hinweis auf einen möglichen Mechanismus zur Entstehung der Gynäkomastie beim Rüden gibt, war es Ziel der vorliegenden Arbeit, die Umstände zu klären, die zu der Veränderung der Mamma führten. Dabei wurden die Ursachen der Gynäkomastie beim Mann (z.B. erhöhte Aromatase-
    aktivität) ebenso wie die bereits bekannten und beschriebenen Mechanismen bei der Hündin (progesteronrezeptorvermittelt) mit in die Arbeitshypothese aufgenommen.

    Material und Methoden:
    Die Untersuchungen erfolgten mit Hilfe immunhistochemischer und molekularbiologischer Methoden. Formalinfixiertes Milchdrüsenepithel von 64 männlichen Beagle Hunden wurde auf die mögliche Beteiligung von Growth-Hormon (GH), des Enzyms Aromatase sowie die Expression des Androgen-, Estrogen-, Progesteron-, und Growth-Hormonrezeptors untersucht.

    Ergebnisse:
    Die Auswertung der histologischen Schnitte ergab, dass in den behandelten Gruppen dosisabhängig sowohl die alveolären als auch die duktalen Strukturen zunehmen. Das Bild der höchsten Dosisgruppe erinnerte an das histologische Bild der Milchdrüse einer Hündin im Estrus.
    Bei der immunhistochemischen Auswertung fanden in den Alveolar-, sowie in den Gangepithelien, teilweise auch im Myoepithel, bei den untersuchten Antikörpern bis auf den Aromatase-Antikörper gravierende Veränderungen in Abhängigkeit der Dosisgruppe statt. Die Aufregulierung des Progesteronrezeptors, sowie die zunehmende Expression von Growth-Hormon ließen den Schluss zu, dass es sich um den bei der Hündin bekannten Mechanismus handeln könnte. Mit Hilfe der RT-PCR und anschließender PCR konnte dann gezeigt werden, dass das in der Mamma immunhistochemisch dargestellte GH tatsächlich lokal exprimiert wurde und darüber hinaus ebenfalls mit der isolierten GH-RNA aus der Hypophyse übereinstimmt.

    Schlussfolgerung:
    Mit der vorliegenden Arbeit ist es gelungen den Mechanismus einer medikamenten-induzierten Gynäkomastie beim Rüden zu beschreiben, der mit dem physiologischen Prozess in der Milchdrüse bei der Hündin im Metestrus übereinstimmt. Der Mechanismus ist spezies-spezifisch und nicht auf den Mann übertragbar.