Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einfluss von Transport und Lagerung auf ausgewählte Parameter im Rinderblut - ein Beitrag zur Festlegung von Qualitätsstandards (2007)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Schulze, B.
    Weber, C. N.
    Gremmels, H. D.
    Müller, K. E.
    Kongress
    Tagung der Deutschen Buiatrischen Gesellschaft der DVG
    Fulda, 18. – 19.05.2007
    Quelle
    Tagung Deutsche Buiatrische Gesellschaft - DVG "Buiatrik am Beginn des 21. Jahrhunderts - aktueller Stand und Perspektiven"
    Gießen: DVG Service GmbH, 2007, 2007
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    +49 30 838 62261
    klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung
    Durch gutes Qualitätsmanagement sind Analysefehler in klinischen Laboratorien stark zurückgegangen. Die Brauchbarkeit von Laborbefunden wird nun in hohem Maße vom Umgang mit dem Probenmaterial während und nach der Entnahme bestimmt. Diese so genannte Präanalytik umfaßt alle Prozesse, die vor der eigentlichen Laboranalyse ablaufen, so u.a. die Probennahme und den Transport. Im Rahmen dieser Studie wurde der Einfluss verschiedener Transportbedingungen auf ausgewählte Parameter der klinischen Chemie im Rinderblut untersucht.
    Material und Methoden
    Von 23 Kühen wurden aus der V. jugularis jeweils neun Blutproben in SST-Röhrchen (serum separator tubes) und Natrium Fluorid Röhrchen (NaF) mit dem BD Vacutainer? Blutentnahmesystem (Becton Dickinson, Heidelberg) entnommen. Je zwei der Serum- und NaF Proben wurden bereits vor dem Transport zentrifugiert und dann bei 20 bzw. 4°C befördert und bis zur Verarbeitung im Labor auch bei 20 bzw. 4°C gelagert. Die restlichen Proben wurden unzentrifugiert bei 20°C transportiert und gelagert. Die Analyse (Konelab30i®, Thermo Electron Corporation) erfolgte 2, 4, 8, 12, 24, 36 und 48 Stunden nach Blutentnahme. Im Serum wurden die Parameter AST, NEFA, Glucose, Harnstoff, Na, K, Ca und Phosphat bestimmt und im NaF-Plasma ausschließlich der Glucosespiegel. Des Weiteren wurde der Analyse-Variationskoeffizient (VK) und der Handling VK ermittelt.
    Ergebnisse
    Der Handling-VK variierte zwischen 0 und 3,18%, mit Ausnahme der NEFAs (5,28%). Der Analyse-VK lag überwiegend bei 0?1,68%. Eine größere Variation lag hier nur für die Harnstoffbestimmung (7,31%) vor.
    Bei allen drei Transport- und Lagerbedingungen blieben allein der Na- und Ca-Spiegel beständig. Die Ergebnisse der AST-Aktivität sowie der K- und Phosphatgehalte waren nur in den zentrifugierten Proben konstant. In den unzentrifugierten Proben blieb die AST-Aktivität über 24 Std. erhalten, um dann anzusteigen, während K und Phosphat nach 4 Std. so stark angestiegen waren, dass die Aussagekraft dieser Parameter eingeschränkt ist. Die NEFAs und Harnstoff wiesen bei allen drei Zuständen eine Stabilität unter 4 Std. auf, wobei die NEFAs keinerlei Tendenz erkennen ließen und die Harnstoff-Ergebnisse auf Grund des hohen Analyse-VKs als fragwürdig zu bewerten sind. Die Glucose war in zentrifugierten SST Röhrchen über 36 Std., bei 4°C sogar mind. 48 Std. stabil. Dieselben Ergebnisse wurden auch für das Plasma der zentrifugierten NaF Proben erzielt. Hierbei wurde aber das Plasma vor dem Transport auf Grund des fehlenden Trenngels abpipettiert. In den unzentrifugierten NaF Proben blieb die Glucose keine 4 Std. stabil, lässt in ihrem Verlauf aber auch keine Tendenz erkennen. Die Lagerung von unzentrifugierten Serum-Röhrchen führte dagegen schon nach 4 Std. zu einem starken Abfall der Glucose.
    Schlussfolgerungen
    Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass das Zentrifugieren von Blutproben vor dem Transport wichtiger ist als das Kühlen beim Transport. Dennoch sollte der Transport innerhalb von 4 Std. erfolgen, da das Probenmaterial danach lagerungsbedingten Veränderungen unterworfen ist. Die Aussagekraft der Bestimmung Freier Fettsäuren im Blut mit SST-Röhrchen ist begrenzt. Gleiches gilt für Harnstoff auf Grund des hohen Analyse-VKs. Die Verwendung von NaF-Röhrchen für die Glucose-Bestimmung bringt keinen Vorteil in der Rinderpraxis.