Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zur kaninen granulozytären Anaplasmose (2008)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Galke, D.
    Beelitz, P.
    Pfister, K.
    Kohn, B.
    Kongress
    13. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe Innere Medizin und Klinische Laboratoriumsdiagnostik
    Gießen, 02. – 03.02.2008
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 36 — S. A36
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Der Erreger der kaninen granulozytären Anaplasmose (CGA), Anaplasma
    (A.) phagozytophilum, ist ein gram-negatives, intrazelluläres Bakterium, das von Zecken der Gattung Ixodes übertragen wird. Da
    bisher nur wenige Fallstudien mit experimentell und natürlich infizierten
    Hunden veröffentlich wurden, sollten Klinik, Labordiagnostik,
    Therapie und Verlauf von an CGA erkrankten Hunden beschrieben
    werden. Die Diagnose CGA wurde gestellt, wenn Hunde klinische
    Symptome zeigten, das Ergebnis der Real-Time-PCR positiv
    war, eine vollständige diagnostische Aufarbeitung erfolgte und
    Koinfektionen ausgeschlossen wurden.
    Zwischen Juni 2005 und Juli 2007 wurden 361 kranke Hunde mit
    für CGA verdächtigen Symptomen auf A. phagocytophilum getestet.
    45% dieser Hunde waren seropositiv. Bei 28 Hunden war der PCRTest
    positiv, von diesen erfüllten 19 Hunde die Einschlusskriterien.
    Bei 9 dieser 19 Hunde konnten Morulae nachgewiesen werden.
    Serologisch bzw. mittels PCR waren alle Hunde für Babesia canis,
    Ehrlichia canis, Borrelia burgdorferi und Mycoplasma haemocanis
    negativ. Die Erkrankung wurde bei 84% der Hunde zwischen April
    und September diagnostiziert. Nur 26% der Hunde wurden monatlich
    mit Ektoparasitika behandelt. Ein Hund mit einem Hämangiosarkom
    wurde über eine Bluttransfusion infiziert. Alle Hunde waren
    akut erkrankt. Häufigste Befunde waren Lethargie, Inappetenz, Fieber,
    Thrombozytopenie, Anämie, Lymphopenie, Hypoalbuminämie
    und erhöhte Alkalische Phosphatase. Bei 60% der Hunde, die auf
    thrombozytengebundene Antikörper untersucht wurden, war das Ergebnis
    positiv. Alle Hunde hatten eine Spleno- oder Hepatosplenomegalie.
    Neben symptomatischer Therapie wurden alle Hunde mit
    Doxyzyklin, 1 Hund zusätzlich mit Imidocarb behandelt: 18 Hunde
    waren nach Therapie symptomlos. Eine Kontrolluntersuchung
    konnte im Median 4,5 Wochen nach Erstuntersuchung bei 63% der
    Hunde durchgeführt werden. Der PCR-Test und die Suche nach Morulae
    verliefen bei allen Hunden negativ.
    Die CGA ging bei den Hunden unserer Studie mit akuten zum
    Teil schweren Symptomen einer Infektionserkrankung einher; häufigster
    abnormer Laborbefund war eine Thrombozytopenie. Der Erreger
    kann über Zecken und Bluttransfusionen übertragen werden.
    Daher ist ein Screening der Blutspender sowie eine adäquate Zeckenprophylaxe
    zu empfehlen.