Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Leptospirose beim Hund:
    aktuelle Aspekte zu Klinik, Diagnose, Therapie und Prophylaxe (2012)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Kohn, 0 (WE 20)
    Weingart, Christiane (WE 20)
    Mayer-Scholl, A
    Nöckler, K
    Quelle
    Kleintier-Praxis; 57(9) — S. 461–474
    ISSN: 0023-2076
    Verweise
    DOI: 10.2377/0023-2076-57-461
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    ie canine Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit von zunehmender Bedeutung, die meist durch Leptospiren der Genomspezies Leptospira interrogans und Leptospira kirschneri hervorgerufen wird. Die Übertragung der Leptospiren erfolgt überwiegend indirekt durch Kontakt mit Urin von infizierten Reservoirwirten in einer kontaminierten Umwelt. Der Erreger gelangt über intakte Schleimhäute oder Hautläsionen in den Organismus. Der Krankheitsverlauf ist vom Immunstatus des Hundes, der Infektionsdosis und der Virulenz des Erregers abhängig. Bei ungenügend hohem Antikörpertiter kommt es nach einer Leptospirämie zur Organbesiedlung. Ein akutes Nierenversagen ist die häufigste Folge der Infektion, weiterhin können Leber, Lunge (Lungenblutungen), Muskulatur, Augen und zahlreiche andere Organe betroffen sein. Häufig vorkommende Laborwertveränderungen sind renale Azotämie, Leberwerterhöhungen, Thrombozytopenie, Leukozytose, Anämie, Proteinurie, Glukosurie und Bilirubinurie. Die Diagnosestellung basiert auf einer Kombination klinischer und labordiagnostischer Befunde sowie indirekter (Mikroagglutinationstest, ELISA) und direkter (PCR, Kultur) Verfahren zum Nachweis der Erreger. Hunde mit einer akuten Leptospirose sind meist Intensivpatienten. Der Erreger wird häufig mit einer zweiphasigen antimikrobiellen Therapie (Amoxicillin und Doxycyclin) bekämpft. Neben der individuell angepassten Infusionstherapie werden je nach klinischen Symptomen Antiemetika, Magenschutzpräparate und Analgetika verabreicht. Eine intensive Überwachung ist besonders wegen der Gefahr von anurischem Nierenversagen und Lungenblutungen anzuraten. Eine Hämodialysetherapie kann lebensrettend sein. Die Prognose ist vom Schweregrad der Symptome und den Komplikationen abhängig, wobei Hunde mit Lungensymptomatik eine höhere Letalitätsrate aufweisen. Aufgrund des Zoonoserisikos sind strikte Hygienemaßnahmen einzuhalten. In Deutschland stehen neben den traditionellen bivalenten Impfstoffen seit Kurzem tri- und tetravalente Impfstoffe zur Verfügung.