Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Beitrag zur instrumentellen Ausschaltung der Sexualfunktion beim weiblichen Rind (2001)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Siggel, P.
    Quelle
    Berlin, 2001 — 103 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000848
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Ein Beitrag zur instrumentellen Ausschaltung der Sexualfunktionen beim weiblichen Rind. Rindfleischproduzierende Agrarbetriebe bekunden zunehmend ihr Interesse an einer Effektivierung der Mast weiblicher Rinder, um sowohl einen qualitativ höhere Schlachtqualität als auch höhere Schlachtendgewichte zu erreichen. Sie folgen damit dem Kaufverhalten der Konsumenten, die ein zartes, leicht marmoriertes Rindfleisch bevorzugen. Abgelehnt wird konsequent der Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten, die von Tieren unter Anwendung mastfördernder Präparate, der sogenannten Hormonmast, abstammen.
    Diesem Bedürfnis nach Gesundheitsschutz entsprechen auch die Bestimmungen der Europäischen Union, welche die Anwendung von Hormonen zu Mastzwecken verbietet. Die Kastration von zur Mast bestimmten Färsen und Kühen ist eine geeignete Methode zur Effektivierung der quantitativen und qualitativen Fleischproduktion mit Rindern. Da für den operativen unblutigen Eingriff eine sichere und praxisrelevante Methode nicht verfügbar war, wurden die vorliegenden Untersuchungen zur Entwicklung einer praxisrelevante Methode in vier Modellversuchen und einem Hauptversuch durchgeführt. Für die per vaginam unter rektaler Kontrolle durchzuführende Kastration wurde ein neues Instrumentarium, ein Ovarligator entwickelt. Dieses ermöglicht durch einen speziellen Perforator die einfache, sichere und gefahrlose Perforation der Vaginalwand. Über ein Arbeitsrohr wird mit einem Schlingenführer ein Plastikband ("Kabelband") in die freie Bauchhöhle eingeführt.
    Vom Rektum aus werden die Ovarien ein-zeln manuell in die Plastikbandschlaufe eingefädelt und diese maximal bis zum Ab-reißen an der Sollrißstelle angezogen. Dies bewirkt durch eine irreversible Gefäßunterbindung ein Atrophie der Ovarien und damit einen Kastrationseffekt. Die Sicherheit der Methode beträgt ca. 90%. Dies belegen die rein klinisch und mittels Progesteronbestimmung überprüften Ergebnisse der Ovarfunktion post castrationem, die ohne und mit hormonaler Ovarstimulation (PG;PMSG; GnRH) erhobenen Befunde durchgeführt wurde. Der erreichte Ausschluß der Ovarfunktion bewirkt eine permanente Anöstrie, welche es erlaubt, Rinder beiderlei Geschlechts auf einer Weide mästen zu können.