Fachbereich Veterinärmedizin


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    Prognose der Tiefgefriereignung von Hengstsperma mit Hilfe von Funktionstests (2001)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    von Stern, Katharina
    Quelle
    Berlin, 2001 — 89 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000525
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die alleinige Beurteilung der Spermienmotilität lässt keine sichere Prognose hinsichtlich
    der Befruchtungsfähigkeit von Hengstsperma zu. In der vorliegenden Untersuchung
    sollte daher die Eignung des Mukuspenetrationstests und der Bestimmung
    der Akrosinaktivität mittels Gelatinolyse für die Prüfung der Gefriertauglichkeit von
    Hengstsperma untersucht werden. In einem Vorversuch an drei Hengsten erwies
    sich die Durchführbarkeit beider Testverfahren.
    Im Hauptversuch wurden 25 Ejakulate von 13 Hengsten (10 Warmblut, 2 Vollblut, 1
    Traber) im Alter von 5 bis 21 Jahren untersucht. Das Nativsperma der Hengste zeigte
    einen durchschnittlichen Anteil von 31,6 ± 10,7% vorwärtsbeweglicher Spermien,
    der nach dem Tiefgefrieren auf 19,6 ± 13,6% abgesunken war. Der Unterschied zwischen
    beiden Werten war statistisch signifikant (p < 0,05), es bestand aber kein Zusammenhang
    zwischen der Motilität vor und nach der Kryokonservierung.
    Mit Hilfe des Mukuspenetrationstests wurde eine signifikante Reduktion der Penetrationsstrecke durch das Tiefgefrieren nachgewiesen (Nativsperma: 48,5 ± 20,9 mm,
    verdünntes Sperma: 55,5 ± 19,3 mm, Tiefgefriersperma: 35,5 ± 31,9 mm, p < 0,001).
    Die Werte vor und nach dem Gefrieren waren zudem positiv miteinander korreliert (R
    = 0,076, p < 0,001). Zum prozentualen Anteil vorwärtsbeweglicher Spermien bestand
    eine positive Korrelation lediglich für das Tiefgefriersperma.
    Auch mittels der Akrosinbestimmung durch Gelatinolyse wurden signifikante Unterschiede
    zwischen Nativ- bzw. verdünntem Sperma und Tiefgefriersperma aufgezeigt.
    Der Anteil an Spermatozoen, die eine Lysisaktivität zeigten, betrug im Nativsperma
    63,2 ± 19,1%, im verdünnten Sperma 63,8 ± 19,1% und im aufgetauten Sperma
    45,3 ± 21,9%. Es bestand keine Korrelation zwischen den Werten vor und nach dem
    Tiefgefrieren. Im Vergleich mit der Motilitätsprüfung zeigte sich lediglich für das aufgetaute Sperma eine positive Korrelation. Die Messungen des Halodurchmessers
    ergaben weder Wechselbeziehungen zwischen den Werten vor und nach dem Tiefgefrieren
    noch zur Spermienmotilität.
    Zusammenfassend konnte sowohl die Messung der Penetrationsstrecke beim Mukuspenetrationstest als auch die Bestimmung des Anteils lysisaktiver Spermatozoen
    mittels Gelatinolyse Unterschiede zwischen Nativ- und Tiefgefriersperma aufdecken.
    Diese Verfahren eignen sich folglich für die Prüfung der Gefriertauglichkeit von
    Hengstsperma. Zur Festlegung von standardisierten Mindestanforderungen an ge67
    friergeeignetes Hengstsperma sind weitere Testreihen mit grösseren Tierzahlen
    sinnvoll.