Fachbereich Veterinärmedizin


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    Welchen Einfluß hat der Entwicklungsstand des Dominanten Follikels am Rinderovarauf die Entwicklungskompetenz von Eizellen aus dazugehörigen untergeordneten Follikeln? (2001)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Henschel, Olav
    Quelle
    Berlin, 2001 — VIII, 161 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000516
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In dieser Arbeit wurde überprüft, ob der Hormongehalt eines Dominanten Follikels
    einen Einfluß auf die Morphologie und die Maturationsfähigkeit von Eizellen aus den
    untergeordneten Follikeln hat. Die Versuche wurden in einem Zeitraum von acht
    Monaten durchgeführt. Es wurden insgesamt 119 Ovarpaare mit 3966 Eizellen
    untersucht.
    Dafür wurde eine Einteilung vorgenommen, in der zwischen Eizellen unterschieden
    wurde, die keinem Dominanten Follikel, einem Östrogen-dominanten, einem
    Progesteron-dominanten oder einem Östrogen- und Progesteron-dominanten
    DF untergeordnet waren. Die Mehrzahl der Ovarien (71,43%) und der Eizellen
    (72,62%) befand sich unter dem Einfluß eines Progesteron-bestimmten
    Dominanten Follikels.
    Die Morphologie der Eizellen und der Kumulus-Ovozyten-Komplexe wurde anhand
    der Kumulusschichten, Kumulusexpansion und des Eizell-Zytoplasmas (Ooplasma)
    direkt nach der Gewinnung beurteilt.
    Im Teil eins wurde die Maturationsfähigkeit nach 24-stündiger Maturation anhand der
    Kumulusexpansion, der Homogenität des Zytoplasmas, des Vorhandenseins eines
    perivitellinen Raumes und der Meiosestadien überprüft.
    Im zweiten Versuchsteil wurden die tragenden Tiere aus einer Versuchsgruppe unter
    Berücksichtigung der Follikeldynamik gesondert betrachtet. In diesem Versuch
    wurden neun Tiere mit insgesamt 500 Eizellen untersucht.
    Die Gruppeneinteilung bezieht sich jeweils auf den Abstand zum Plateau in Tagen.
    Die Gruppen ein Tag vor dem Plateau (minus eins/eins, minus eins/zwei) und
    direkt auf dem Plateau (null/eins, null/zwei) bestehen aus jeweils zwei
    Ovarpaaren. Die anderen Gruppen beinhalten jeweils nur ein Ovarpaar. Aufgrund der
    geringen Fallzahlen in einigen Kategorien konnte dieser Versuch lediglich als
    Einzelfallbeschreibung ausgewertet werden.
    Im dritten Teil der Untersuchung wurden insgesamt 14 zyklische Rinder mit 559
    Eizellen aus einer Versuchsgruppe unter Berücksichtigung der Follikeldynamik
    gesondert betrachtet und mit dem ersten Versuchsteil verglichen. Aufgrund der
    geringen Größe zweier Gruppen kann dieser Teil nur als Einzelfallbeschreibung
    ausgewertet werden.

    Ergebnisse:
    Bei den meisten der untersuchten Tieren lag ein Progesteron-bestimmter
    Dominanter Follikel vor. Dies bedeutet auch, daß in der meisten Zeit des Zyklus ein
    funktionell inaktiver Dominanter Follikel vorhanden war.

    Ergebnisse zu Versuch I:
    1. Bei der Beurteilung der Kumulusexpansion nach Maturation fällt in der Gruppe
    kein Dominanter Follikel die Besonderheit auf, daß die Kategorie leicht expandiert
    deutlich häufiger vorkommt als in den anderen Gruppen.
    2. Die Anzahl der fraglichen Eizellen bei der Beurteilung des Perivitellinen
    Raumes ist in der Gruppe Östrogen-dominant besonders hoch.
    3. In der Gruppe Östrogen- und Progesteron-dominant ist der Anteil der
    Eizellen, die sich in der Metaphase II befinden, besonders hoch.

    Ergebnisse zu Versuch II:
    1. Hier weist die Verteilung der Kumulusexpansion nach Maturation zwei
    Besonderheiten auf. Der Wert der nackten Eizellen weicht in der Gruppe zwei nach
    unten vom erwarteten Wert ab, was auch schon vor der Maturation beobachtet
    werden konnte. In der Gruppe minus eins/eins sind mehr kompakte Eizellen als
    erwartet.
    2. Das Auftreten eines Perivitellinen Raumes weist in diesem Versuch einige
    Abweichungen vom Erwarteten auf. In der Gruppe fünf sind mehr Eizellen mit
    Perivitellinem Raum vorhanden. Ansonsten weichen die Werte in der Kategorie
    fraglich in den Gruppen null/eins und sechs nach oben und in der Gruppe eins
    nach unten ab.
    3. Bei der Einteilung der Eizellen nach Meiosestadien fällt auf, daß in den
    Gruppen minus eins/eins und null/eins weniger Eizellen als erwartet im Germinal
    Vesicle Stadium sind. In der Gruppe fünf dagegen befinden sich mehr Eizellen in
    diesem Stadium. Die Gruppe eins enthält mehr Eizellen in der Metaphase I und II
    und weniger Eizellen in der Kategorie nicht beurteilbar.

    Ergebnisse zu Versuch III:
    1. Die Verteilung der Kumulusexpansion nach Maturation weist keine
    Parallelitäten zwischen den Versuchsteilen eins und drei auf.
    2. Die Verteilung des Auftreten eines Perivitellinen Raumes nach Maturation
    weist geringe Parallelitäten zwischen den Versuchsteilen eins und drei auf.
    3. Die Verteilung der Meiosestadien nach Maturation weist keine Parallelitäten
    zwischen den Versuchsteilen eins und drei auf.

    Fazit:
    Einflüsse der Gruppen auf die Morphologie und Maturation konnten nachgewiesen
    werden. Eine allgemeine Aussage über den positiven oder negativen Einfluß einer
    bestimmten Gruppe ist nicht möglich, da keine Gruppe auffällig in allen
    Beurteilungskriterien ist.