Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchungen zu den Verschlußverhältnissen im kaudalen Genitalkanal der Stute (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Reif, Stephan
    Quelle
    Berlin, 2002 — 111 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000667
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    +49 30 838 62618
    fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die vorliegende Arbeit wurde an 5 geschlechtsgesunden Stuten ausgefuehrt. Zur Beschreibung der physiologischen Verschlußverhaeltnisse musste zunaechst ein Messgeraet entwickelt werden, da auf dem Markt kein entsprechendes Gerät verfuegbar ist und derartige Messungen noch nicht beschrieben wurden. Nach Entwicklung und Validierung des Meßgeraetes steht nunmehr ein Instrument zur Verfuegung, mit welchem die Verschlussverhaeltnisse des Genitalkanals erstmals beschrieben werden konnten.

    Die Messungen erfolgten in drei unterschiedlichen, genau definierten Lokalisationen. Dies waren der Scheidenvorhof, der Hymenalring sowie die kaudale Vagina unmittelbar kranial des Hymenalringes. Jede Stute wurde über 3 vollständige, ovulatorische Sexualzyklen am Tage der Ovulation, am 2. Tag post ovulationem (p.o.), 5. Tag p.o, 12. Tag p.o., 15. Tag p.o sowie ab dem 17. Tag p.o. taeglich bis zur erneuten Ovulation untersucht. Um einen Einfluß des hormonellen Status und der Konformation der aeusseren Geschlechtsorgane auf den intragenitalen Druck zu ermitteln, wurden vor der Druckmessung in den drei Lokalisationen die Streckenlaengen Anusmitte ý dorsale Kommissur, Anusmitte ý ventrale Kommissur, dorsale Kommissur ý ventrale Kommissur und nach Einlegen eines Besamungskatheters die Strecke dorsale Kommissur ý Beckenboden mittels eines Bandmaßes sowie der Neigungswinkel der Schamspalte mit einem Winkelmesser bestimmt. Zum Abschluß des Untersuchungsganges wurde durch eine transrektale Palpation unter anschließender Ultraschallkontrolle der ermittelten Befunde der Zyklusstand der Stute verifiziert. Schließlich wurde eine Blutprobe aus der Vena jugularis zur Bestimmung der Sexualhormonkonzentration entnommen.

    Im Vergleich der drei gemessenen Lokalisationen war bei 4 von 5 Stuten im Hymenalbereich der hoechste Verschlußdruck zu verzeichnen. Durch den Hymenalring ist nach SCHUBERT (1994) die deutlichste Reduktion pathogener Keime im Genitalkanal zu verzeichnen. Diese Interpretation ist durch den hier zu verzeichnenden hoechsten Verschlussdruck zu untermauern. Auf Grund seiner uebergeordneten Rolle beim Verschluss des Genitalkanals sollte bei einer chirurgischen Intervention beim mangelhaften Schamschluß diesem Verschlussmechanismus verstaerkt Rechnung getragen werden. Es empfiehlt sich, zumindest den Scheidenvorhof, aber besser noch die Funktion des Hymenalringes gezielt wieder herzustellen, um damit einem moeglichen Keimaufstieg entgegenzuwirken. Die Operationsmethode nach HERFEN und BOSTEDT (1998) scheint dabei ein erfolgversprechender Ansatz zu sein.